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Mitteldeutschland Dresdner Landgericht verhängt lebenslange Haftstrafe für Mord an Gymnasiastin
Region Mitteldeutschland Dresdner Landgericht verhängt lebenslange Haftstrafe für Mord an Gymnasiastin
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16:43 21.10.2010
Dresden

Die Strafkammer sah es als erwiesen an, dass der nach eigenen Angaben 33-Jährige seine Freundin am 15. Dezember 2009 brutal geschlagen und erdrosselt hat. „Sie war arg- und wehrlos, weshalb wir Heimtücke feststellen“, sagte die Vorsitzende Richterin Birgit Wiegand.

Damit folgten die Richter dem Antrag von Staatsanwaltschaft und Nebenklage, Susannas Eltern. „Die Familie ist erleichtert, dass es nun vorbei ist“, sagte deren Rechtsanwalt Peter Manthey. Die Frage nach dem Warum aber bleibe, weil der Angeklagte geschwiegen habe. Die Verteidigung hatte auf Totschlag im Affekt und sieben Jahre Haft plädiert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der 33-Jährige kann innerhalb einer Woche Revision einlegen.

Dresden. Wegen Mordes an einer Gymnasiastin hat das Dresdner Landgericht am Donnerstag einen 33-Jährigen zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Die Schwurgerichtskammer sah es als erwiesen an, dass er seine Freundin am 15. Dezember 2009 brutal geschlagen und erdrosselt hat. Mit ihrem Urteil folgten die Richter dem Antrag von Staatsanwaltschaft und Nebenklage.

Das Gericht habe mangels Mitwirkung des Angeklagten weder dessen Lebensumstände noch sein Motiv klären können, sagte Wiegand. Aus amtlichen Unterlagen gehe hervor, dass der aus Pakistan stammende Mann 2006 erstmals einen Asylantrag stellte, dann jedoch verschwand. 2007 folgte ein zweiter Antrag, der jedoch abgelehnt wurde. 2008 bekam mangels Pass eine Duldung, die 2009 verlängert wurde. „Er lebte von staatlichen Zuwendungen, brachte die Tage mit Streifzügen im Zentrum zu, um wahl- und ziellos Frauen anzusprechen“, sagte die Richterin.

Sein Ziel sei es gewesen, „eine Frau zu heiraten oder ein Kind mit einer Frau zu bekommen, damit er in Deutschland bleiben kann.“ Der 1,69 Meter kleine, unattraktive Mann habe viele Körbe bekommen, er spreche kaum Deutsch und schlecht Englisch. Bei der 17-jährigen Susanna aber habe seine Mitleidsmasche im Frühjahr 2009 gefruchtet. Eine Trennung im Oktober 2009 konnte der besitzergreifende Freund mit „Plastikrose und Schokolade“ sowie Selbstmorddrohungen rückgängig machen.

Susanna aber wollte vor ihrem Studium ein Jahr als Assistent Teacher (Hilfslehrerin) nach Australien gehen. Die Strafkammer nahm an, dass es wegen dieser Pläne oder einer beabsichtigten Trennung am Morgen des 15. Dezember zum Streit kam und der Angeklagte Susanna mit Vorsatz tötete. Er habe sie mit einem Nudelholz aus der Küche von hinten angegriffen, ihr mehrfach „massiv und mit großer Wucht“ auf den Hinterkopf geschlagen, so dass das Nudelholz brach. „Auch ohne das folgende Drosseln hätte dieser Angriff zum Tode geführt.“

Spuren von Gegenwehr oder Abwehr habe es nicht gegeben. Dabei wäre die sportliche Jugendliche ihm körperlich überlegen gewesen. „Sie hätte geschrien, getrampelt, getobt, aber es war Stille.“ Der Angeklagte habe die Bewusstlose dann mit einem Telefonkabel oder ihrem Tuch erwürgt. „Wir sind überzeugt, dass es kein Affekt war“, sagte Wiegand. Dafür spreche auch die überlegte Flucht. Der Mann habe aus Susannas Rucksack die Wertsachen genommen, seine Sachen gepackt, den Fernseher angestellt, das Zimmer abgeschlossen.

„Er hat logisch alles getan, um sich der Verantwortung zu entziehen.“ Der Mann wurde zwei Wochen später im französischen Calais festgenommen. Gestanden hat er die Tat nicht, gegenüber dem Gutachter abgestritten. Das Urteil nahm der Angeklagte scheinbar emotionslos auf. In Deutschland bleiben will er nun aber nicht mehr: „Ich möchte die Freiheitsstrafe in Pakistan verbüßen“, sagte er.

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