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Mitteldeutschland Durchbruch für Ausbau der Bahnstrecke Chemnitz-Leipzig
Region Mitteldeutschland Durchbruch für Ausbau der Bahnstrecke Chemnitz-Leipzig
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12:52 17.06.2018
Die Strecke zwischen Leipzig und Chemnitz soll jetzt zügig ausgebaut werden.
Die Strecke zwischen Leipzig und Chemnitz soll jetzt zügig ausgebaut werden. Quelle: Dpa
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Dresden - 

Die Deutsche Bahn hat nach Angaben von Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) grünes Licht für den zweigleisigen Ausbau und die Elektrifizierung der Bahnstrecke Chemnitz-Leipzig gegeben. „Das ist eine richtig tolle Nachricht für die gesamte Region Südwestsachsen“, sagte er am Sonntag in Dresden. „Damit rücken wir dem Ziel, Chemnitz wieder an den Fernverkehr anzubinden, endlich einen großen Schritt näher.“ In die Vorplanungen investierte der Freistaat bereits rund 2,4 Millionen Euro. „Wir haben keine Zeit mehr“

Nach Ministeriumsangaben wird die Maßnahme vom „potenziellen“ zum „vordringlichen Bedarf“ des Bundesverkehrswegeplans. Laut Dulig soll nun schnellstmöglich die Planungsvereinbarung zwischen Freistaat und Deutscher Bahn unterzeichnet werden. „Wir haben keine Zeit mehr“, erklärte er. Das Land wolle die Kosten für die weitere Planung vorschießen. Der Freistaat stelle zehn Millionen Euro bereit.

„Das ist auch ein ganz besonderer Tag für Chemnitz,“ freut sich der SPD-Bundestagsabgeordnete Detlef Müller. Die Stadt und ganz Südwestsachsen werde endlich wieder an den Bahn-Fernverkehr angeschlossen werden. Das Projekt stand auf der Kippe und war in den Planungen des Bundes vor zwei Jahren noch gar nicht vorgesehen. Erst ein Gespräch von Müller und der Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) mit Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte den Durchbruch gebracht. Eine erneute Prüfung sei dann positiv verlaufen.

Jetzt stehe ein Planungsmarathon bevor, betonte Müller gegenüber der LVZ. Er rechnet nicht vor 2026 mit einer Fertigstellung der Strecke. Die bevorzugte Route führe über Bad Lausick und die Fahrzeit zwischen den beiden sächsischen Großstädten betrage dann 50 Minuten. Diskutiert wurde auch eine teurere und aufwendigere Strecke über Borna.

Der Gesamtumfang des mehrjährigen Projekts liegt laut Ministerium bei rund 250 Millionen Euro. Die Wirtschaftsregion um Chemnitz mit mehr als 1,6 Millionen Einwohnern ist seit Jahren vom Fernverkehr auf der Schiene abgeschnitten. Im Zuge der Ausbauplanungen soll auch die Anbindung von Rochlitz ans Mitteldeutsche S-Bahn-Netz geprüft werden.

Rochlitz hofft auf besseren Anschluss Über Jahrzehnte war Rochlitz ein Bahnkreuz: In Richtung Narsdorf und Waldheim, Grimma und Glauchau sowie nach Chemnitz ging es. Seit das Geschichte ist, liegt die Stadt verkehrstechnisch in einem toten Winkel. Den Busverkehr zum Geithainer Bahnhof und entlang des Muldentals in Richtung Penig betrachten viele Nutzer als unzulänglichen Ersatz. Eine Fahrt nach Leipzig dauert derzeit rund eine Stunde.

„Wir brauchen wieder eine Direkt-Anbindung. Das Umsteigen stellt für viele Berufspendler und Reisende eine Barriere dar“, sagt Oberbürgermeister Frank Dehne (parteilos). Rochlitz benötige einen Bahn-Stundentakt in die Oberzentren. Die heißen Chemnitz – und eben Leipzig. Seit dem Jahr 2000 ist diese Verbindung gekappt.

Von Matthias Roth/Ekkehard Schulreich