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Mitteldeutschland Ebola-Tests in Sachsens Erstaufnahmeheimen für Flüchtlinge
Region Mitteldeutschland Ebola-Tests in Sachsens Erstaufnahmeheimen für Flüchtlinge
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16:11 13.10.2014
In den sächsischen Erstaufnahmeeinrichtungen werden neu ankommende Flüchtlinge nun auf Ebola untersucht (Archivbild).
In den sächsischen Erstaufnahmeeinrichtungen werden neu ankommende Flüchtlinge nun auf Ebola untersucht (Archivbild). Quelle: dpa
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Leipzig

Für die Überprüfungen seien die örtlichen Gesundheitsämter zuständig.

Seit Donnerstag wird im Leipziger St.-Georg-Krankenhaus ein an Ebola erkrankter 56-jähriger UN-Mitarbeiter behandelt, der dafür nach Deutschland geflogen worden war. Über den Zustand des Patienten macht das Klinikum auf Wunsch des Mannes keine Angaben. Bei der Einlieferung galt dessen Zustand als hochgradig kritisch, aber stabil. Die Klinik teilte auch sonst nichts zur Behandlung des Mannes mit.

Ebola ist eine hochansteckende Krankheit, die momentan in Westafrika grassiert. In Sachsen seien Krankenhäuser und Ärzte sensibilisiert und mit Informationsmaterial versorgt worden. Nach dem bisherigen Stand sei es eher unwahrscheinlich, dass es zu einem gehäuften Auftreten von Ebola komme, sagte der Ministeriumssprecher. Momentan sei die Versorgung mit Schutzausrüstung im St. Georg und auch an den anderen Krankenhäusern in Sachsen ausreichend, so der Sprecher.

In dem Leipziger Krankenhaus sei mittlerweile auch ein Autoklav eingetroffen. Mit diesem Spezialgerät wird der verseuchte Klinik-Müll so aufbereitet, dass er sicher entsorgt werden kann. Wegen des fehlenden Gerätes konnte der Müll von der Sonderisolierstation bisher nicht weggebracht, sondern musste in Spezialbehältern gelagert werden.

In Spanien und in den USA haben sich inzwischen zwei Pflegekräfte trotz Schutzausrüstung bei Ebola-Kranken infiziert. Der 56-Jährige im Leipziger St. Georg ist der dritte Ebola-Patient, der zur Behandlung nach Deutschland gebracht wurde. Derzeit wird zudem ein mit der Seuche infizierter Arzt aus Uganda in Frankfurt/Main versorgt. Ein Erkrankter aus dem Senegal war nach fünf Wochen Behandlung gesund aus einer Hamburger Klinik entlassen worden.

dpa