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Mitteldeutschland Ex-Nazigrößen mit Ehrendoktor-Würde – so äußert sich die Uni Leipzig
Region Mitteldeutschland Ex-Nazigrößen mit Ehrendoktor-Würde – so äußert sich die Uni Leipzig
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11:56 16.07.2018
Blick auf die Universität Leipzig. Die Hochschule nimmt jetzt Stellung zu Ehrendoktorwürden von ehemaligen NS-Größen. Quelle: Christian Modla
Leipzig

Allein 17 Fälle an der TU Dresden – 38 in Mitteldeutschland insgesamt: Ehemalige Nazis werden an Hochschulen im Freistaat immer noch als Ehrendoktoren geführt. Das berichtet jetzt der Mitteldeutsche Rundfunk.

Nach Recherchen des MDR sollen an der Technischen Universität Dresden unter anderem „NS-Größen wie der Chef der Reichswirtschaftskammer, Pietzsch, Wehrwirtschaftsführer Koppenberg oder der frühere SS-Mann und spätere Metro-Gründer Beisheim“ immer noch den Titel führen.

Otto Beisheim (1924-2013) zum Beispiel, Mitglied der SS-Leibstandarte Adolf Hitlers, habe nach dem Krieg Geld an deutsche Universitäten gespendet. Der Unternehmer soll von der TU Dresden erst im Jahr 1993 geehrt worden sein. Laut Sender werde sich die Universität in der Landeshauptstadt nun neu mit den Ehrenpromotionen befassen.

TU Dresden will Verleihung prüfen

Die Hochschule sagte auf Anfrage der LVZ, der TU Dresden sei bewusst, dass in der Aufstellung zur Ehrendoktorwürde-Verleihung Personen aufgeführt seien, „die nach heutiger Rechtslage und Bewertung eine Ehrendoktorwürde nicht erhalten würden.“ Derzeit werde geprüft, welche Personen dies betreffe und wie man im Zweifel damit umgehe. Laut Hochschule sollen Kriterien für die Prüfung werden unter anderem der Grad der Einbindung in Diktaturen und die rechtskräftige Verurteilung wegen eines Vergehens sein.

Bericht nennt neun Personen für Leipzig

Auch die Universität Leipzig, die Universität Chemnitz und weitere Hochschulen in Thüringen und Sachsen-Anhalt seien betroffen. In Leipzig nennt der MDR neun Personen mit NS-Vergangenheit: Zu dieser Aufzählung gehört etwa Adolf Bartels (1862-1945), „völkisch-antisemitischer NS-Vorkämpfer und Schriftsteller“, der Industrielle William Borm (1895-1987), der 1940 den NSDAP-Orden „Wehrwirtschaftsführer“ erhielt und später als Agent für die Stasi tätig war, sowie Hans Georg Gadamer (1900-2002), Mitarbeiter am NS-Projekt „Kriegseinsatz der Geisteswissenschaften“. Nach Kriegsende war Gadamer bis 1947 Rektor der Universität Leipzig.

Uni Leipzig: Unrecht nie wieder zulassen

Die Leipziger Universität sagte am Montag gegenüber der LVZ, es stehe außer Frage, dass in der NS-Zeit auch einige fragwürdige Personen eine Ehrenpromotion erhalten haben. „Wie viele das im Falle unserer Universität sind, und wer genau, lässt sich heute schwer nachvollziehen.“

Einzelne Namen und Zahlen könne die Hochschule auf Anhieb weder bestätigen noch dementieren. „Viele Unterlagen dazu sind verbrannt oder anderweitig vernichtet worden. Unser Archiv besitzt Unterlagen zu den Ehrenpromotionsverfahren ab dem Jahre 1805, aber sie sind an vielen Stellen unvollständig“, heißt es in einer Erklärung weiter.

Aus juristischer Sicht spreche einiges dafür, dass eine Ehrenpromotion eine Person begünstige und sich mit deren Tod erledige. „Anstelle einer rechtlich fragwürdigen Aberkennung machen wir lieber das, was wir auch an anderer Stelle immer wieder tun: Wir distanzieren uns ausdrücklich von Entscheidungen, die Akteure unserer Universität zur NS-Zeit aus Überzeugung oder Opportunismus gefällt haben. Wir bedauern solche Entscheidungen und wollen solches Unrecht nie wieder zulassen“, so die Leipziger Uni-Rektorin Beate Schücking.

Von lyn / ade

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