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Mitteldeutschland „Es schmerzt“: Bischöfin Ilse Junkermann über ihr nahendes Amtsende
Region Mitteldeutschland „Es schmerzt“: Bischöfin Ilse Junkermann über ihr nahendes Amtsende
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11:19 24.11.2017
Ilse Junkermann. Quelle: epd
Erfurt/Magdeburg.

Der Landeskirchenrat der EKM entschied sich jetzt auf der Synode in Erfurt dagegen. Das 22-köpfige Gremium wollte seine Entscheidung zwar nicht als „Misstrauensvotum“ gegen die Bischöfin verstanden wissen. Gleichwohl hieß es aus EKM-Kreisen, die Themen Junkermanns und die Interessen innerhalb der Landeskirche divergieren. Gesucht werde daher eine Führung, die neue Impulse der Konsolidierung und des Aufbruchs in die Gesellschaft setze.

Frage: Frau Bischöfin, bei allem Respekt vor der Entscheidung: Haben Sie eine solche Abfuhr verdient?

Ilse Junkermann: „Ich sage klar: Es schmerzt. Ich bin ja weiter engagiert und voller Ideen. Gleichwohl habe ich ein gewisses Verständnis für diese Entscheidung. Es mussten verschiedene Aspekte abgewogen werden. Es ging am Ende ja auch nicht um die Zukunft der Bischöfin, sondern um die Zukunft der Landeskirche...

...woran Sie aber gern weiter gearbeitet hätten. Wie empfinden Sie den Stil? Es gibt Stimmen in der EKM, die sagen: „So geht man nicht miteinander um“ .

Es ist doch aber keine Abwahl! Ich war lange genug selbst mit Personalfragen betraut, um zu wissen, dass bei diesen Entscheidungen immer ein ganzer Komplex von Fragen und Argumenten abgewogen werden muss.

Dankbarkeit ist aber offensichtlich kein Argument. Sie haben als erste EKM-Bischöfin seit 2009 den schwierigen Start der neuen, fusionierten Landeskirche gestaltet. Für die Kärnerarbeit waren Sie demnach gut genug?

Diese Kärnerarbeit ist deutlich gewürdigt worden. Dafür habe ich viel Anerkennung bekommen. Noch einmal: Ja, es schmerzt. Aber vielleicht ist es nach zehn Jahren Aufbauarbeit auch der richtige Zeitpunkt für einen personellen Wechsel an der Spitze. Möglicherweise braucht es für die nächsten Aufgaben tatsächlich einen anderen Taktgeber.

Es heißt, ihre Themen waren nicht mehr ganz die der Landekirche. Waren die Differenzen tatsächlich unüberbrückbar?

Aus meiner Sicht ganz sicher nicht. Ja, vielleicht bin ich bei einigen Themen zu forsch nach vorn gegangen. Und in dem großen Veränderungsprozess, in dem wir uns in der Kirchenlandschaft generell befinden, ist es ganz normal, dass nicht jedem meine Meinung gefällt. Manches hätte ich vielleicht anders formulieren können. Aber andererseits verstehe ich die Aufgabe als Bischöfin auch so, in manchen Themen als Erste deutlich voranzugehen. Das wurde auch von vielen so geschätzt.

Nicht jedem hat Ihre Zufriedenheit mit dem durchwachsenen Reformationsjubiläumsjahr gefallen...

...es stimmt, nicht alles ist gelungen. Es gab Enttäuschungen, dass prominent besetzte Podiengespräche nur spärlich besucht worden. Trotzdem überwiegen für mich die positiven Erfahrungen, aus denen ich weiter schöpfen werde. ,Umsonst und draußen’ ist so ein gelungenes Beispiel. Die Tischgemeinschaften auf den Straßen und Plätzen waren gut besucht und haben auch kirchenferne Menschen angesprochen, die sonst kaum den Weg in die Kirchen finden.

Welchen Weg finden Sie nach dem Bischofsamt: Zurück in eine Stadt- oder Landkirche als Gemeindepfarrerin?

Das ist sicher eine Möglichkeit. Ich komme ja aus dem Pfarrdienst. Ich kann mir das durchaus wieder vorstellen. Doch ich muss natürlich auch die Interessen meiner Familie berücksichtigen. Im Moment bin ich noch nicht so weit, über meinen Weg nach 2019 ernsthaft nachzudenken. Ich habe noch einiges vor in der mir verbleibenden Zeit als Bischöfin. Diese Aufgaben gehe ich mit großer Leidenschaft an. Und danach führt Gott auch mich auf neuen Wegen. Das gibt mir, wie jedem Christen, viel Zuversicht.

Interview: Olaf Majer

Von Olaf Majer

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