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Mitteldeutschland Evangelische Kirche will mehr Einsatz für Klimaschutz und Flüchtlinge
Region Mitteldeutschland Evangelische Kirche will mehr Einsatz für Klimaschutz und Flüchtlinge
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21:13 10.11.2019
Die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat am Sonntag in Dresden ihre diesjaehrige Jahrestagung begonnen. Auf dem Foto: der EKD-Ratsvorsitzenden Heinrich Beford-Strohm. Quelle: epd
Dresden

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat zum Start ihrer Jahrestagung in Dresden Rassismus und Antisemitismus eine Absage erteilt und mehr Einsatz für Klimaschutz und Flüchtlinge gefordert. In seiner Rede vor dem Kirchenparlament warnte der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm am Sonntag vor rechtsradikalem Gedankengut in deutschen Parlamenten. „Wenn im Bundestag und in den Landtagen vertretene Parteien rechtsradikale Ideen in ihren Reihen dulden, dann disqualifizieren sie sich im demokratischen Diskurs“, betonte der Münchner Bischof. „Wir werden nie zuschauen, wenn solche Einstellungen in unserem Land salonfähig werden.“

Bedford-Strohm verteidigte die Entscheidung der EKD, sich an der Seenotrettung von Flüchtlingen im Mittelmeer mit einem eigenen Schiff zu beteiligen, gegen Kritik auch aus den eigenen Reihen. „Einfach nur zuzuschauen, wie Menschen ertrinken, ist keine Option.“ Es sei richtig, Seenotrettung im Mittelmeer zu unterstützen. Als starken Partner habe die EKD die Hilfsorganisation Sea-Watch gefunden, die nach einem zusätzlichen Schiff suche.

Bedford-Strohm kündigte für Anfang Dezember den Start eines breiten gesellschaftlichen Bündnisses an unter dem Motto „United 4 Rescue“, auf Deutsch „gemeinsam retten“. So viele Spenden wie zu keinem anderen Thema seien bei der Kirche bereits für das Schiff eingegangen.

Klima-Forderungen an die Bundesregierung

Von der Bundesregierung forderte der Ratsvorsitzende ein Nachbessern ihres Klimapakets. Die vorgelegten Vorschläge reichten als Antwort auf den drohenden Klimawandel nicht aus. Wissenschaftler und Ökonomen hätten deutlich gemacht, dass der vorgesehene Einstieg in die CO2-Bepreisung noch keine nennenswerte Lenkungswirkung erzeugt. „Warum bleibt die Politik an dieser so wichtigen Stelle hinter der inzwischen immer größer gewordenen gesellschaftlichen Bereitschaft zur Veränderung zurück?“, sagte Bedford-Strohm. „Es wäre ein Zeichen von Größe, wenn die Bundesregierung diese gesellschaftliche Dynamik wahrnehmen, auf sie reagieren, sie nutzen und ihr Klimapaket deutlich nachbessern würde.“

In Dresden hob Bedford-Strohm die Rolle der Kirche auf dem Weg zur Wiedervereinigung hervor. „30 Jahre nach dem Fall der Mauer ist es gut, sich an die Quellen zu erinnern, die diese große geschichtliche Wende ermöglichten.“ Die Kirchen in der DDR hätten den Glauben nicht mit religiöser Innerlichkeit verwechselt, sondern das Beten und das konkrete Tun als untrennbar zusammengehörig verstanden. Auch heute sei die Kirche in Ostdeutschland mit ihrem Engagement für das Gemeinwesen vorbildlich, auch wenn etliche ihr skeptisch oder feindlich begegneten. „Genau eine solche Kirche wollen wir sein.“

Bei dem viertägigen Jahrestreffen des Kirchenparlaments geht es um Gerechtigkeit und Frieden sowie um das Aufarbeiten von sexuellem Missbrauch, den es auch in der evangelischen Kirche in Hunderten von Fällen gegeben hat. Die EKD ist der oberste Dachverband der gut 21 Millionen evangelischen Kirchenmitglieder in Deutschland.

von LVZ/dpa

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