Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Mitteldeutschland Ex-Polizeichef Bernd Merbitz scheitert – So haben prominente Kandidaten abgeschnitten
Region Mitteldeutschland Ex-Polizeichef Bernd Merbitz scheitert – So haben prominente Kandidaten abgeschnitten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:18 02.09.2019
Der ehemalige Leipziger Polizeipräsident, Bernd Merbitz. Quelle: dpa-Zentralbild
Dresden

Ob Regierungschef, Minister oder Parteichef - manche Bewerber für einen Sitz im Landtag gingen als Inhaber eines Partei- oder Regierungsamts in den Wahlkampf. Wie schnitten solche prominente Politiker bei der Direktwahl in ihrem Wahlbezirk ab? Eine Übersicht:

Ministerpräsident MICHAEL KRETSCHMER gewann in seinem Wahlkreis in Görlitz das Direktmandat für die CDU. Er setzte sich mit 45,8 Prozent der Stimmen vor dem AfD-Bewerber Sebastian Wippel (37,9 Prozent) durch. Der Wahlkreis galt als hart umkämpft.

AfD-Chef JÖRG URBAN verlor im Kampf um das Direktmandat in Bautzen (Wahlkreis 56) gegen den langjährigen CDU-Landtagsabgeordneten Marco Schiemann. Dabei entfielen bei den Direktstimmen 38 Prozent auf den CDU-Kandidaten. Der AfD-Kandidat kam auf 36,4 Prozent. Schiemann gehört bereits seit 1990 dem sächsischen Landtag an.

Ergebnisse der Landtagswahl

Wahlkreise in Sachsen: Alle Ergebnisse im Überblick

Interaktive Karte: So ist die Wahl in Leipzig ausgegangen

AfD zieht mit mindestens 33 Abgeordneten in den Landtag ein – Schwarz-Grün fehlt die Mehrheit

Sachsens Integrationsministerin PETRA KÖPPING, die sich mit Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius um den SPD-Vorsitz bewirbt, belegte in ihrem Wahlkreis nur Platz 3. Köpping erzielte bei der Wahl am Sonntag 16,5 Prozent der Erststimmen im Wahlkreis „Leipzig Land 2“. Wahlkreis-Gewinner wurde Oliver Fritzsche. Der CDU-Politiker holte das Direktmandat mit 33 Prozent der Stimmen.

Sachsens SPD-Chef und Wirtschaftsminister MARTIN DULIG verlor im Wahlkreis 40 „Meißen 4“ gegen Landtagspräsident Matthias Rößler von der CDU (29,4 Prozent). Der SPD-Politiker, dessen Partei ein historisch schlechtes Ergebnis bei der Landtagswahl einfuhr, lag mit 17,4 Prozent der Erststimmen auch deutlich hinter AfD-Kandidat René Hein (27,5 Prozent).

Sachsens bisheriger Justizminister SEBASTIAN GEMKOW(CDU) hat in seinem Wahlkreis 35 „Nordsachsen 2“ das Direktmandat gewonnen. Er lag mit 34,3 Prozent der Stimmen vor seinem AfD-Kontrahenten René Bochmann (30,6 Prozent). Gemkow sitzt seit 2009 für die CDU im Landtag.

Nach der Landtagswahl

Der Tag danach: Wie geht’s weiter in Sachsen und bis wann muss die Regierung stehen?

Sachsens AfD-Chef strebt Neuwahl an

Ex-Polizeichef Bernd Merbitz scheitert – So haben prominente Kandidaten abgeschnitten

Landtagswahl: So haben sich die Kräfte in Sachsen verschoben

So haben sich die Kräfte in Brandenburg verschoben

Die frühere AfD-Chefin FRAUKE PETRYfand als Direktkandidatin ihrer Blauen Partei kaum Zuspruch bei den Wählern. Petry kam in ihrem Wahlkreis Sächsische Schweiz/Osterzgebirge 3 gerade einmal auf 805 Erststimmen. Das entsprach einem Anteil von 2 Prozent. Der Wahlkreis ging an den Generalsekretär der AfD, Jan Zwerg, der 35 Prozent der Erststimmen gewann.

Der frühere Landespolizeipräsident und Chef der Leipziger Polizei BERND MERBITZ verlor im Wahlkreis 36 „Nordsachsen 3“ gegen die AfD-Direktkandidatin Gudrun Petzold. Der Posten war hart umkämpft, das Ergebnis knapp. Merbitz kam auf 31,6 Prozent der Stimmen, Petzold machte das Rennen mit 33,3 Prozent.

In Torgau sagte Merbitz auf der Wahlparty auf dem Marktplatz halb im Scherz: „Ich lege jetzt 1000 Euro auf den Tisch, dann könnt ihr essen und trinken soviel ihr wollt.“ Das enttäuschende Ergebnis hatte der CDU-Kandidat da wohl noch nicht geahnt – Merbitz hatte am Ende rund 500 Stimmen weniger als AfD-Kandidatin Petzold. Der 63-Jährige sagte knapp: „Das Wählervotum akzeptiere ich.“

Sachsens bisheriger Landwirtschaftsminister THOMAS SCHMIDT (CDU) gewann in seinem Wahlkreis 22 „Mittelsachsen 5“ erneut das Direktmandat. Er vereinte 36,9 Prozent der Stimmen auf sich, Christian Wesemann von der AfD bekam 29,4 Prozent. Schmidt sitzt seit 2004 im Sächsischen Landtag.

Die Grünen-Chefin CHRISTIN MELCHER bekam in Leipzig ein Direktmandat. Die Grünen hatten bisher noch nie ein Landtagsdirektmandat in Sachsen gewinnen können.

Sachsens CDU-Generalsekretär ALEXANDER DIERKS setze sich in seinem Wahlkreis in Chemnitz (Wahlkreis 11) durch. Er gewann mit 29,8 Prozent der Stimmen gegen den AfD-Bewerber Volker Dringenberg (26,5 Prozent).

Von LVZ