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Faktencheck Lebenserwartung: Auch darum sterben Sachsens Männer im Schnitt eher
Region Mitteldeutschland Faktencheck Lebenserwartung: Auch darum sterben Sachsens Männer im Schnitt eher
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18:38 09.12.2019
Rentner sitzen auf einer Parkbank in Pillnitz. (Archivfoto) Quelle: Ralf Hirschberger/dpa
Dresden

Sachsens Männer sterben in der Regel fünf bis sechs Jahre eher als Sachsens Frauen. Nur mit rein bi0logischen Gründen und spezifischen Krankheiten lässt sich das nicht erklären. Das frühere Ableben des vermeintlich starken Geschlechts sei vielmehr auch auf dessen oftmals unterschiedliche Lebensführung zurückführen, heißt es aus dem Statistischen Landesamt. Männer setzten sich beim täglichen Einerlei häufig mehr gesundheitlichen Risiken aus – die letztlich auch mit tödlichen Krankheiten oder Unglücken enden können. Zudem sei die Suizidrate unter Männern in Sachsen deutlich höher als bei Frauen, heißt es aus Kamenz.

Drei von vier Sachsen, die beispielsweise an Lungenkrebs sterben, sind männlich. Das Mehr kommt dabei offenbar auch vom erhöhten Konsum, denn Männer greifen häufiger zum krebserregenden Glimmstängel als Frauen. Mehr als ein Viertel aller Jugendlichen oder Männer ab 15 Jahren rauche regelmäßig Zigaretten, so die Datenanalyse aus Kamenz. Bei den Frauen sind es im gleichen Altersspektrum sieben Prozent weniger Raucherinnen.

Ähnlich sind die Geschlechter-Unterschiede bei der „Volksdroge“ Alkohol: Jeder fünfte Mann im Freistaat riskiere seine Gesundheit regelmäßig bei erhöhtem Konsum alkoholischer Getränke. Bei Frauen malträtiert „nur“ jede siebente regelmäßig ihre Leber auf diese Art. Zudem: Lediglich sieben Prozent der sächsischen Männer zwischen 18 bis 79 Jahren trinke aus Prinzip gar keinen Alkohol. Bei den Frauen ist der Anteil der Abstinenzlerinnen laut Statistischem Landesamt doppelt so hoch.

Zweidrittel der Männer sind übergewichtig

Auch beim Essen und bei zu geringer Bewegung haben Männer die Nase vorn: „Männer haben häufiger Übergewicht. Der Anteil der Männer ab 18 Jahren, die laut Body-Mass-Index als übergewichtig oder adipositös gelten, beträgt 62 Prozent, bei den Frauen sind es 49 Prozent“, so die Landesstatistiker in ihrer Analyse weiter.

Nicht zuletzt neigen Männer häufiger zu riskanter Fahrweise im Straßenverkehr – mit unter Umständen fatalen Folgen: Knapp 200 Menschen starben im vergangenen Jahr auf Sachsens Straßen: 67 Prozent waren Männer, heißt es aus dem Statistischen Landesamt. Zudem nehmen sich eher Männer als Frauen selbst das Leben. 78 Prozent der insgesamt 614 Suizide vergangenes Jahr im Freistaat hatten ein männliches Opfer.

Doch es gibt auch Hoffnung für das gefährdetere Geschlecht, denn früher war alles noch schlimmer. Vor 25 Jahren lagen Sachsens Frauen und Männer bei ihrer Lebenserwartung noch ganze sieben Jahre auseinander. Gründe für die Annäherung lassen sich unter anderem auch in veränderten Lebensweisen der Geschlechter finden. Zuletzt hatten neugeborene Jungs im Freistaat eine durchschnittliche Lebenserwartung von fast 78 Jahren, vor Mädchen lag derweil im Schnitt eine Aussicht auf 83,8 Jahre.

Im bundesdeutschen Vergleich ist die Lebenserwartung für Sachsens Babys übrigens eher mittelprächtig – auf einem zehnten Platz zwischen Berlin und Brandenburg. Die höchste Lebenserwartung haben Neugeborene laut Statistischem Bundesamt in Baden-Württemberg, die niedrigste in Sachsen-Anhalt. Zwischen Krösus und Schlusslicht in dieser Statistik liegen für neugeborene Jungs mehr als drei Jahre zusätzlicher Lebenserwartung.

Mehr Fakten aus Sachsen: www.lvz.de/fakten

Hinweis: Wenn Sie sich selbst von Suizidgedanken betroffen fühlen, kontaktieren Sie bitte die Telefonseelsorge (www.telefonseelsorge.de). Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die schon in vielen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen konnten.

Von Matthias Puppe

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