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Faktencheck Sachsen erben 297 Millionen Euro – drei Multimillionäre dabei
Region Mitteldeutschland Faktencheck Sachsen erben 297 Millionen Euro – drei Multimillionäre dabei
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16:16 23.10.2019
Fast 2000 Sachsen wurden im vergangenen Jahr zum Teil erheblich beerbt oder beschenkt. Quelle: Jens Büttner/dpa
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Kamenz

Im vergangenen Jahr wurden in Sachsen insgesamt 297 Millionen Euro vererbt oder verschenkt – und dafür 38,2 Millionen Euro an Steuern gezahlt. Das geht aus aktuellen Erhebungen des Statistischen Landesamtes hervor.

Im bundesweiten Vergleich sind die sächsischen Erb-Millionen aber buchstäblich nur „Peanuts“, machen 0,4 Prozent des Gesamterlöses aus. Denn von Flensburg bis Oberammergau wechselten im vergangenen Jahr insgesamt satte 84,7 Milliarden Euro Vermögenswerte im Zuge von Erbschaften oder Schenkungen die Besitzer und wurden dafür 6,7 Milliarden Euro als Steuerabgabe an die Behörden gezahlt.

Regionaler Spitzenreiter ist in dieser Kategorie seit Jahren Bayern, wo 2018 allein insgesamt 9,16 Milliarden Euro an Hinterbliebene weitergereicht wurden. Das waren theoretisch 482 Euro pro Einwohner im Freistaat. Zum Vergleich: Jeder Sachse hätte bei gleicher Verteilung der Erbmasse zuletzt nur 74 Euro abbekommen.

Dennoch: Wer zwischen Leipziger Tieflandsbucht und Erzgebirge im vergangenen Jahr zu den Begünstigten gehörte, wird wohl in der Regel nicht über ungleich verteilte Ost-West-Vermögen geklagt haben. 1913 Mal gab es entsprechende Post im Briefkasten. Rund die Hälfte der vererbten 297 Millionen Euro in Sachsen waren übrigens Bankguthaben, etwa jede sechste Übertragung enthielt Wertpapiere, jede fünfte Gebäude oder Grundstücke.

In drei Fällen betrug der Nachlass sogar zwischen zweieinhalb und fünf Millionen Euro. In immerhin 113 Fällen war das übertragene Vermögen mindestens eine halbe Million Euro wert. Das Gros der Erben konnte sich immerhin über 10.000 Euro bis 100.000 freuen, in 58 Fällen blieben nach Abzug der Verbindlichkeiten noch 5000 Euro übrig.

Allerdings: Nicht immer enthielt die Summe im Testament oder im Pflichtanteil auch tatsächlich ein lohnenswertes Plus vor der Zahl. Wie es Am Mittwoch ebenfalls aus Kamenz hieß, wurden zuletzt auch insgesamt 49 Millionen Euro an Schulden an Verwandte weitergegeben.

Mehr Fakten aus Sachsen: www.lvz.de/fakten

Von Matthias Puppe

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