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Faktencheck Stadt der Zugezogenen: Jeder zweite Leipziger wurde nicht an der Pleiße geboren
Region Mitteldeutschland Faktencheck Stadt der Zugezogenen: Jeder zweite Leipziger wurde nicht an der Pleiße geboren
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17:07 03.03.2020
Mehr als jeder zweite Bewohner in Leipzig ist ein Zugezogener. Quelle: dpa
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Leipzig

Nicht nur Berlin, Hamburg oder München sind es: Auch Leipzig ist eine Stadt der Zugezogenen. Das weiß auch der hiesige CDU-Chef Thomas Feist, der am Sonntag Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) absprach, ein echter Leipziger zu sein. Laut Definition von Feist tragen Messestädter, die vor 1989 an der Pleiße geboren wurden, einfach mehr Leipzig im Herzen als Zugezogene.

Sicher ist: Der 1991 aus Siegen (Nordrhein-Westfalen) an die Pleiße „eingewanderte“ Jung ist zumindest in bester Gesellschaft. Bereits 2013 errechnete das Amt für Statistik und Wahlen, dass 51 Prozent der Leipziger Migranten sind – also nicht hier geboren wurden. Schon damals lebten also etwa 270.000 Zugezogene in der Messestadt.

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Inzwischen hat sich diese Zahl noch erhöht: In den vergangenen Jahren ist die Stadt um weitere 70.000 Einwohner angewachsen. Marginal durch den anhaltenden Geburtenüberschuss, in Summe aber vor allem aber durch Zuzug aus anderen Teilen des Landes oder der Welt. Aktuellere Zahlen, als die von 2013, gibt es zwar noch nicht. Grob überschlagen und hoch gerechnet dürfte der Anteil der Zugezogenen in Leipzig aber inzwischen etwa 55 Prozent betragen und somit gut 330.000 Menschen umfassen.

Zugezogene: Jünger und mit höheren Bildungsabschlüssen

Dabei unterscheidet sich die Lebenswirklichkeit der Zugezogenen von jenen, die als Alteingesessene bereits vor 1989 in Leipzig lebten und noch immer hier zu Hauses sind. Das hat eine vergleichende Gruppenanalyse im Auftrag der Stadt Leipzig ergeben, die Ende 2019 veröffentlicht wurde. Darin heißt es, die Zugezogenen sind nicht nur deutlich jünger als die Alteingesessenen, sie haben auch formal höhere Bildungsabschlüsse.

Über alle Generationen hinweg zeige sich, dass Zugezogene einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Hochschulabschlüssen vorweisen. Dagegen hätten Alteingesessene im Schnitt häufiger Berufsausbildungen abgeschlossen. Vor allem bei jenen Zugewanderten, die ihr Studium bereits abgeschlossen haben und bis 2010 in die Stadt kamen, zeigt sich das auch beim persönlichen Nettoeinkommen, welches höher ist als bei Alteingesessenen. Dagegen haben junge Leipziger, die erst nach 2010 an die Pleiße zogen, häufig ein geringeres Einkommen als die Alteingesessenen.

Letzteres führt unter anderem auf dem Wohnungsmarkt zu einem Ungleichgewicht: Zugezogene, die erst seit wenigen Jahren in Leipzig leben, zahlen im Schnitt deutlich mehr Miete, als Alteingesessene. Dazuwischen liegen jene Messestädter, die schon vor 2010 ihren Lebensmittelpunkt an die Pleiße verlegten.

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