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Faktencheck Zahl der Asylbewerber in Sachsen sinkt weiter – 0,5 Prozent der Bevölkerung
Region Mitteldeutschland Faktencheck Zahl der Asylbewerber in Sachsen sinkt weiter – 0,5 Prozent der Bevölkerung
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17:18 16.09.2019
Meldebescheinigung für Asylsuchende. (Archivfoto) Quelle: dpa
Dresden/Wiesbaden

Die Zahl der Asylbewerber, die in Sachsen auf Bearbeitung ihres Antrags warten, verringert sich immer weiter. Insgesamt waren zum 31. Dezember von den deutschlandweit 411.000 Geflüchteten in Wartestellung gut 21.200 in Sachsen registriert – 1800 weniger als 2017. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor. Mit Blick auf die Gesamtbevölkerung von etwa vier Millionen Einwohnern im Freistaat hatten dort zuletzt somit 0,5 Prozent der Menschen einen ungeklärten Aufenthaltsstatus, warteten zwischen Leipzig, Dresden und Görlitz auf eine Entscheidung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) über ihre Zukunft.

Etwa jeder zwanzigste Flüchtling, der den Weg nach Deutschland findet, wird in der Regel von der Behörde im Freistaat untergebracht. Die Zahl der Zuweisungen errechnet sich nach dem sogenannten Königsteiner Schlüssel, der Steueraufkommen und Einwohnerzahl je Bundesland ins Verhältnis setzt und eine gerechte Verteilung zwischen stärkeren und schwächeren Regionen garantieren soll. Das geht von 15 Prozent Zuweisungen nach Bayern bis ein Prozent für Bremen. Zwischendrin liegt Sachsen.

Weniger als fünf Prozent kommen nach Sachsen

In der Realität gibt es allerdings auch immer wieder Ausnahmen von der Quotenregelung, heißt es im aktuellen Bericht des BAMF. Beispielsweise wenn Asylsuchende medizinisch betreut werden müssen oder in Haftanstalten Strafen verbüßen. Letztlich kam Sachsen 2018 so nicht auf die eigentlich angedachten fünf Prozent neuen Asylanträge, sondern erhielt ein Bruchteil weniger. Statt der angedachten etwa 8100 Schutzsuchenden kamen so nur 7500.

Gegenüber dem Vorjahr waren das letztlich zwar sogar ein paar mehr, im Vergleich zur Situation 2016 hat sich Lage in den Aufnahmeeinrichtungen allerdings deutlich entspannt. Damals kamen innerhalb eines Jahres noch 23.700 Flüchtlinge in den Freistaat. Und auch in diesem Jahr zeigt der Trend weiter auf Rückgang. Nach Angaben der Landesdirektion Sachsen nahm der Freistaat bis zum 31. Juli 2019 insgesamt 3149 neue Asylsuchende auf – und somit ein Drittel weniger als zum gleichen Zeitraum 2018.

Aktuell kommen die meisten der neuen Schutzsuchenden in Sachsen aus Georgien und Venezuela, gefolgt von Syrien und dem Irak. Von den Asylbewerbern, die schon in Deutschland leben und auf Bearbeitung des Antrags hoffen, machen dagegen immer noch Menschen aus Afghanistan die größte Gruppe aus: 62.000 der insgesamt 411.000 Wartenden bundesweit kamen zum Jahresende 2018 aus der in Teilen immer noch von Taliban kontrollierten Hindukusch-Region. Dahinter folgen Asylsuchende aus den Kriegsgebieten im Irak (43.000) und aus Syrien (22.000).

Weitere Fakten aus Sachsen: www.lvz.de/fakten

Von Matthias Puppe

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