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Faktencheck Zahl der Grippefälle in Sachsen über Vorjahresniveau
Region Mitteldeutschland Faktencheck Zahl der Grippefälle in Sachsen über Vorjahresniveau
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12:01 21.12.2018
Kommt langsam in Fahrt: die Grippe-Saison 2018/2019. (Archivfoto) Quelle: dpa
Leipzig

In den ersten zehn Wochen der aktuellen Grippe-Saison gab es mehr Infektionen als zum selben Zeitpunkt im Vorjahr. Wie es aus der Landesuntersuchungsanstalt (LUA) des Sächsischen Gesundheitsministeriums heißt, wurden bis einschließlich 16. Dezember insgesamt 186 Influenza-Fälle aus den Krankenhäusern und Arztpraxen an die LUA nach Chemnitz übermittelt – 36 mehr als zwischen 40. und 50 Kalenderwoche anno 2017.

Unter den bestätigten Fällen waren 157 vom Typ A (inklusive 23 Mal H1N1, auch bekannt als Schweinegrippe), 27 vom Influenza-Typ B sowie zwei Fälle, die nicht genau zugeordnet werden konnten. Typ A gilt als der gefährlichere von beiden, Typ B tritt meist eher bei Kindern und Jugendlichen auf und verläuft in der Regel etwas milder. Im vergangen Herbst und Winter dominierte noch Typ B, wohl auch, weil die damals von den Krankenkassen bezahlte Dreifach-Impfung nicht gegen Typ B ins Felde zog. In der Folge entwickelte sich die Grippe-Saison 2017/2018 zur schwersten seit 2001, mit letztlich insgesamt 47.000 Erkrankten im Freistaat und 168 Todesfällen.

75-Jähriger stirbt im Landkreis Zwickau

Unter den Betroffenen in diesem Jahr gibt es ebenfalls schon einen Todesfall. Ein 75-jähriger Mann aus dem Landkreis Zwickau sei bereits Mitte Oktober mit Fieber, Husten und Lungenentzündung in ein Krankenhaus gebracht worden. Trotz Behandlung auf der Intensivstation konnte der mehrfach vorgeschädigte Patient nicht mehr gerettet werden und verstarb Anfang November.

Influenza-Infektion gehören zur Gruppe der akuten respiratorischen Erkrankungen (ARE) –in der unter anderem auch Lungen- und Rachenentzündungen sowie Bronchitis registriert werden. 500 solcher akuter Atemwegsinfektionen gab es allein in der ersten Dezemberwoche in Sachsen – und somit 100 mehr als in derselben Woche im vergangenen Jahr. Die LUA in Chemnitz spricht von einem moderat erhöhten Niveau im Sachsen, im Gegensatz zum Bundestrend der aktuell noch geringfügige Aktivität zeige.

Fast alle Betroffenen waren nicht geimpft

Knapp die Hälfte der Erkrankten in dieser Saison sind Erwachsene zwischen 25 und 63 Jahren. Die meisten Fälle seien bisher aus dem Landkreis Görlitz (63) und aus der Stadt Leipzig (35) gemeldet worden, teilte die LUA mit. Bis auf zwölf seien alle anderen 174 Betroffenen nicht mit dem aktuellen Grippeimpfstoff geimpft gewesen.

Noch ist wohl auch Zeit, sich gegen Grippe impfen zu lassen. Wie Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (CDU) auf Anfrage der Linken-Abgeordneten Susanne Schaper in dieser Woche erklärte, gebe es im Freistaat zumindest noch genügend Impfstoff, der in dieser Saison als Vierfachversion auch den Schutz gegen Influenza-Typ B integriert.

Allerdings variiere der Bedarf und die Verfügbarkeit in den Regionen zum Teil stark. Drei Gesundheitsämter im Freistaat hätten derzeit noch ausreichend Impfstoffdosen vorrätig, sieben gingen dagegen davon aus, dass die vorhandenen Medikamente nicht bis zum Ende der Grippesaison reichen werden. Um punktuell besser nachordern zu können, habe das Gesundheitsministerium eine neue Allgemeinverfügung für Apotheken im Freistaat veranlasst, so dass diese nun direkt bei den Herstellern nachbestellen können und so regionale Unterschiede ausgeglichen werden. Laut des zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts gibt es aktuell zwölf verschiedene Influenza-Impfstoffe von Herstellern aus dem In- und Ausland, die in Deutschland zugelassen sind.

Ihren Höhepunkt erreichen die saisonalen Grippewellen in der Regel erst Ende Februar. Bereits in der zweiten und dritten Januar-Woche schnellen die Zahlen der Neuinfektionen pro Woche allerdings meist in vierstelligen Schritten nach oben. Im April ist die Grippe-Saison dann meist abgeklungen. Influenza, auch echte Grippe genannt, ist eine Virusinfektion, die häufig kaum von normalen Erkältungen zu unterscheiden ist, aber schwerwiegende Folgen haben kann, wie etwa Lungenentzündungen. Die Viren werden durch Tröpfchen übertragen – beispielsweise beim Händeschütteln, Niesen oder Sprechen.

Von Matthias Puppe

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