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Mitteldeutschland Fiel Dresdner Forscherin auf Kreta einem Serientäter zum Opfer?
Region Mitteldeutschland Fiel Dresdner Forscherin auf Kreta einem Serientäter zum Opfer?
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18:32 18.07.2019
Die Biologin Suzanne Eaton (†59) während einer Wanderung. Sie wurde von ihrem Mörder zufällig ausgewählt. Quelle: Eaton Family/AP/dpa
Dresden/Chania

Die in Kreta getötete Wissenschaftlerin Suzanne Eaton (†59) aus Dresden wurde möglicherweise das tragische Zufallsopfer eines skrupellosen Serientäters. Nach ersten Vernehmungen des Hauptverdächtigen kretischen Bauern Giannis P. (27) sei nicht auszuschließen, dass der Priestersohn auch zuvor schon sexuelle Übergriffe auf ausländische Touristinnen vorhatte, berichtete die seriöse griechische Tageszeitung „Ethnos“ am Donnerstag unter Berufung auf Ermittlerkreise. Demnach seien nun ähnlich motivierte Gewalttaten des zweifachen Familienvaters Gegenstand weiterer Ermittlungen der zuständigen Sonderkommission. So habe er mit seinem weißen Hyundai auch eine Frau aus Litauen beim Joggen gejagt, berichtet „Bild“ unter Berufung auf griechische Medien. Mittlerweile soll sich noch eine weitere Frau mit ähnlichen Hinweisen gemeldet haben.

Täterfahrzeug wird genauer untersucht

Als Hauptbeweismittel wird der weiße PKW Hyundai kriminaltechnisch genauer unter die Lupe genommen, mit dem der Täter die amerikanische Biologin am 4. Juli während ihrer Jogging-Runde angefahren und anschließend im Kofferraum des Wagens abtransportiert haben soll, bevor er die Schwerverletzte vergewaltigte und tötete.

Mit dem Auto sei er am Tag des Verbrechens ziellos an der Bucht von Chania im Nordwesten der Insel umhergefahren und habe im Zustand sexueller Erregung nach irgendeiner Frau Ausschau gehalten, zitieren griechische Medien aus Vernehmungsprotokollen. Als ihm die Professorin in Sportkleidung aus Richtung der Akademie in Kolumbari entgegenkam, habe er spontan gewendet und sie „von hinten umgefahren“. Dann habe er die Schwerverletzte zu einer fast neun Kilometer entfernten Höhle gefahren, vergewaltigt und in einen Schacht geworfen. „Ich musste das machen“, soll der Mann der Polizei gesagt haben. In seinem Leben laufe nichts gut. Ob die Forscherin, die auch Schnitt- und Stichverletzungen aufwies, zuvor erstickt wurde oder ihren schweren Rippenverletzungen erlag, ist bislang noch offen.

Tatort zuvor genau ausbaldowert

Reifenspuren in der Nähe des Tatortes, Aufnahmen einer Überwachungskamera und Blutspuren des Opfers an seiner Kleidung hatten den Täter schon nach wenigen Tagen überführt. Der Landwirt soll sich in der Gegend gut auskennen, da er in der Nähe ein Stück Land bewirtschaftet, berichtet das Nachrichtenportal „Ethnos.gr“. Zuvor soll er bereits das weitläufige Höhlensystem erforscht und sogar ein Youtube-Video davon hochgeladen haben.

Auf der als relativ friedlich geltenden Ferieninsel löste das Gewaltverbrechen Trauer und Entsetzen aus. Da sich bisher keine Juristen fanden, die den vermeintlichen Frauenmörder verteidigen wollen, steht der 27-Jährige ohne Rechtsbeistand da. Auch die Ehefrau des Killers und Mutter seiner zwei Kinder soll sich Medienberichten zufolge von ihm losgesagt haben. Ein Verwandter des Täters wird mit den Worten zitiert, Giannis P. habe sich auch in den Tagen nach dem Verbrechen ganz normal verhalten und auf ihn wie „ein liebender Ehemann und Vater“ gewirkt. „So ein schreckliches Verbrechen hätte ich ihm niemals zugetraut“, sagte der Angehörige. Andere Medien behaupten, der Priestersohn sei schon vor dem Gewaltverbrechen als psychisch gestörter Voyeur aufgefallen.

Trauernde Angehörige warten in Dresden

Eatons Ehemann, selbst leitender Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts Dresden und Leibniz-Preisträger, war nach dem Verschwinden seiner Frau mit seinen Söhnen nach Kreta geflogen, um bei der Suche zu helfen. Die telefonische Todesnachricht erreichte ihn erst nach seiner Rückkehr nach Dresden. Wann der Leichnam von Suzanne Eaton von der Gerichtsmedizin freigegeben und nach Deutschland überführt wir, steht noch nicht fest.

Eaton stammte aus Oakland im Bundesstaat Kalifornien. Sie arbeitete seit 20 Jahren im Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden. Eine Freundin der Familie bereitet derzeit von Dresden aus die Trauerfeier und Beisetzung vor. Wie aus dem Umfeld der Familie verlautete, soll Suzanne Eaton in der sächsischen Landeshauptstadt ihre letzte Ruhe finden.

Von Marina Kormbaki und Winfried Mahr

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