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Mitteldeutschland Flüchtlingsrat kritisiert Abschiebung in der Leipziger Hildegardstraße
Region Mitteldeutschland Flüchtlingsrat kritisiert Abschiebung in der Leipziger Hildegardstraße
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21:06 11.07.2019
Am Mittwoch taten 500 Menschen ihren Unmut mit der Abschiebung in der Hildegardstraße kund. Quelle: dpa
Leipzig

Der Sächsische Flüchtlingsrat (SFR) hat die Abschiebung eines Syrers in der Nacht zu Mittwoch in Leipzig scharf kritisiert. Wie es in einer Mitteilung vom Donnerstag heißt, sei das Vorgehen der Behörden „emblematisch für den Irrsinn, der das gesamte europäische Asylsystem ist“.

500 Menschen wollten die Abschiebung in der Hildegardstraße durch eine Blockade verhindern, es kam zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Polizisten und Demonstranten.

Der Flüchtlingsrat kritisiert insbesondere die Tatsache, dass durch eine solche Abschiebepraxis Familien auseinander gerissen würden: Fluchtbewegungen seien dadurch gekennzeichnet, „dass Familien zerstreut werden, dass Familien wieder an Orten zusammenfinden, die sie vor ihrer Flucht nie auf dem Schirm hatten“, so SFR-Vorstandsmitglied Josephine Garitz.

Aufenthaltsrechtliche Möglichkeiten „hätte es gegeben“

Der kurdische Syrer wurde inzwischen von Leipzig aus nach Spanien abgeschoben und stehe dort nun „vor dem Nichts. Das Recht sieht vor, dass die Familie so schnell nicht wieder zusammen leben wird.“ Sein Asylantrag in Spanien sei wohl erfolgreich gewesen, dennoch „hätte die Abschiebung nicht vollzogen werden müssen. Mehr noch, aufenthaltsrechtliche Möglichkeiten, in Deutschland geduldet oder gar erlaubt zu bleiben, hätte es gegeben.“

In derselben Mitteilung wird auch eine Abschiebung kritisiert, die bereits am Montag im Osterzgebirge vollzogen wurde. Dort sei eine schwangere Mutter zusammen mit ihren beiden Söhnen nach Moskau abgeschoben worden. Der Vater habe darum gefleht, mitgenommen zu werden, was jedoch rechtswidrig gewesen wäre. Er sei gestattet, seine Frau und die Kinder seien aber nur geduldet.

Der Vater habe signalisiert, dass er zurückreisen wolle. „Als ‚freiwillig‘ wird diese Rückreise in die Statistik eingehen“, so der SFR, für den dies „nur ein weiterer, zynischer Aspekt von zwei Abschiebungen“ sei, bei denen die Familien auseinanderrissen würden.

Von CN

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