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Mitteldeutschland Freiwilligendienst in Sachsens Schulen beliebt - Berufsorientierung und Hilfe
Region Mitteldeutschland Freiwilligendienst in Sachsens Schulen beliebt - Berufsorientierung und Hilfe
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14:29 18.09.2015
In Sachsen fehlen Lehrer. (Symbolbild)
In Sachsen fehlen Lehrer. (Symbolbild) Quelle: dpa
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Dresden

Der in Sachsen mögliche Freiwilligendienst an Schulen erfreut sich wachsender Resonanz - bei jungen Menschen und bei Bildungseinrichtungen. In diesem Jahr probieren sich 87 Praktikanten zwischen 16 und 23 Jahren an Grund-, Ober-, Förder- und freien Schulen sowie Gymnasien als Lehrer aus, wie das Kultusministerium am Freitag in Dresden mitteilte. Damit nutzen mehr als doppelt so viele wie in den ersten beiden Schuljahren das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) „Pädagogik“ zur Berufsorientierung, darunter auch 27 junge Männer.

Auch bei den Schulen ist das Interesse inzwischen enorm. „Anfangs gab es eine gewisse Skepsis, weil man Mehrarbeit befürchtete“, sagte Ministeriumssprecher Dirk Reelfs. Das habe sich schnell erledigt, weil sich das Angebot als wertvolle Hilfe erwiesen habe. Hatten sich bei Einführung des FSJ „Pädagogik“ 2013 nur knapp 400 Schulen beworben, waren es diesmal gut 730. Laut Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU) nutzt es allen Beteiligten. „Die Jugendlichen können wichtige Erfahrungen für den Lehrerberuf sammeln und die Schulen erfahren wertvolle Hilfe.“

250 Interessenten hatten sich diesmal beworben. Die Freiwilligen helfen den Lehrern, fördern einzelne Kinder, bieten Ganztagsangebote an, betreuen Schüler bei Hausaufgaben, unterstützen den Schülerrat oder organisieren Veranstaltungen. Sie bekommen 150 Euro Taschengeld im Monat sowie Unterkunft und Verpflegung und 24 Tage Urlaub. In einer Vorbereitungswoche werden ihnen Grundlagen der Psychologie, Soziologie und Pädagogik vermittelt.

Im ersten und zweiten Jahr gab es jeweils 40 Plätze. Wegen der stets größeren Nachfrage wurden das Angebot ausgeweitet und die staatliche Förderung von einer halben auf eine Million Euro verdoppelt. „Eine Garantie aber, dass aus jedem Freiwilligen auch ein Lehrer wird, ist das nicht“, sagte Reelfs. Für bisher immerhin 70 FSJler stand nach dem „Schnupperjahr“ fest, dass sie Lehrer oder Sozialpädagoge werden.

LVZ