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Mitteldeutschland Geburtendefizit: Sachsens Einwohnerzahl nimmt weiterhin ab
Region Mitteldeutschland Geburtendefizit: Sachsens Einwohnerzahl nimmt weiterhin ab
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15:40 18.02.2019
Blick in die Fußgängerzone der Leipziger Innenstadt. Quelle: André Kempner
Leipzig

Sachsens Einwohnerzahl schrumpft weiter. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes lebten zum 30. September 2018 insgesamt 4.076.957 Menschen im Freistaat – und somit 4351 weniger als noch zum Jahresende 2017. Im gleichen Zeitraum davor war die Einwohnerzahl um 2083 Personen zurückgegangen.

Zur Jahrtausendwende gab es dagegen noch gut 350.000 Sachsen mehr, in den 1950er Jahren waren es sogar einmal 5,5 Millionen Einwohner, die im Freistaat und später in den Bezirken Leipzig, Dresden und Karl-Marx-Stadt lebten. Inzwischen sind die Zahlen wieder mit denen vergleichbar, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts von den Meldebehörden registriert wurden.

Ursache des aktuellen Bevölkerungsrückgangs ist nach Angaben von Behördensprecherin Manuela Reckling ein Geburtendefizit von 15.639 Personen. „Dies fiel um 2 560 Personen höher aus als im Vergleichszeitraum 2017“, sagte sie. Dass das Geburtendefizit letztlich nicht komplett auf die Bevölkerungszahl durchschlug, sei einem gleichzeitigen Wanderungsgewinn nach Sachsen zu verdanken. In den ersten neun Monaten 2018 zogen insgesamt 12.018 Menschen mehr ins Bundeslande, als es im gleichem Zeitraum verließen.

Von den Zuzügen profitieren konnte neben den drei Großstädten Leipzig, Dresden und Chemnitz allerdings nur der Landkreis Sächsische Schweiz mit einem leichten Plus von 219 Einwohnern (+0,1 Prozent). In allen anderen sächsischen Landkreisen nahm die Einwohnerzahl ab, am stärksten im Erzgebirgskreis, in Zwickau und in Görlitz mit jeweils minus 0,6 Prozent.

Hinsichtlich der Verteilung der Bevölkerung in verschiedene Altersgruppen nimmt die Zahl der Sachsen im Rentenalter weiterhin zu. Inzwischen ist jeder vierte Einwohner älter als 65 Jahre – insgesamt mehr als eine Million Menschen. Genau 694 davon waren zuletzt sogar älter als 100 Jahre. Im Bundesschnitt ist nur jeder fünfte Einwohner älter als 65 Jahren.

Zudem nimmt der Anteil der Singlehaushalte im Freistaat zu. In 43,4 Prozent der Wohnungen im Freisstaat lebte 2017 nur eine Person – vor vier Jahren waren es 0,8 Prozent weniger. Paarhaushalte mit zwei Bewohnern nehmen tendenziell eher ab, machten zuletzt 36,3 Prozent aus (- 1% seit 2013). Gleiches trifft auf Haushalte mit drei Personen zu (-1,1 Prozent seit 2013), die aktuell knapp elf Prozent ausmachen. Dagegen gab es zuletzt deutlich mehr Wohnungen, in denen vier Personen lebten (7,5 %, ein Plus von 1,2 %).

Von Matthias Puppe

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