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Mitteldeutschland Gedenken an Todesopfer rechter Gewalt in Sachsen
Region Mitteldeutschland Gedenken an Todesopfer rechter Gewalt in Sachsen
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21:23 17.04.2019
2010 wurde in Leipzig Kamal K. durch zwei Neonazis ermordet. Am 17. April machten linke Aktivisten auf die 17 Todesopfern rechter Gewalt in Sachsen aufmerksam.
2010 wurde in Leipzig Kamal K. durch zwei Neonazis ermordet. Am 17. April machten linke Aktivisten auf die 17 Todesopfern rechter Gewalt in Sachsen aufmerksam. Quelle: Andre Kempner
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Dresden

Am Abend des 17. April 2018 starb der 27-jährige Christopher W. auf dem Gelände eines Güterbahnhofs in Aue. Drei junge Männer stehen im Verdacht, ihn getreten und geschlagen sowie mit einer Tür attackiert zu haben. Aufgrund seiner sexuellen Orientierung soll es bereits im Vorfeld zu Beschimpfungen gekommen sein. Die polizeibekannten Täter müssen sich für die Tat seit Dezember vor dem Landgericht Chemnitz verantworten. Nach Zählung der Bundesregierung ist Christopher W. das 85. Todesopfer durch rechte Gewalt seit der Wiedervereinigung. Die Zahlen von unabhängigen Opferverbänden liegen deutlich höher.

Anlässlich des Todestags machten linke Aktivisten am Mittwoch in mehreren Städten in Sachsen auf die anhaltende rechte Gewalt im Freistaat aufmerksam. Unter dem Motto „#17zuViel“ wurden in verschiedenen Regionen Sachsens Transparente gezeigt, um den 17 Todesopfern rechter Gewalt im Freistaat seit 1990 zu gedenken.

Auch in Leipzig gab es in der Vergangenheit immer wieder rechtsmotivierte Angriffe. Eine Tat ereignete sich am 24. Oktober 2010, als zwei Neonazis den gebürtigen Iraker Kamal K. vor dem Hauptbahnhof aufgrund seines Aussehens mit einem Messer angegriffen und getötet hatten. Der Haupttäter wurde später zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt.

Von LVZ