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Mitteldeutschland Gefahr für das Kindeswohl: Mehr als 1000 Sorgerechtsentzüge in Sachsen
Region Mitteldeutschland Gefahr für das Kindeswohl: Mehr als 1000 Sorgerechtsentzüge in Sachsen
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14:03 13.08.2019
In mehr als 1000 Fällen entzogen Familiengerichte in Sachsen im vergangenen Jahr den Eltern Sorgerechte. (Archivfoto) Quelle: Frank Leonhardt/dpa
Kamenz

Ist das Wohl eines Kindes in Gefahr und sind Eltern nicht gewillt, diese Gefahr abzuwenden, können Jugendämter als letzte Maßnahme auch eine vollständige oder teilweise Entziehung des Sorgerechtes erwirken. Im vergangenen Jahr wurde ein solches Urteil an sächsischen Familiengerichten in 1024 Fällen durchgesetzt, teilte das Statistische Landesamt mit. Trotz gleichzeitigem Bevölkerungsrückgangs bedeutete dies eine Steigerung um zwölf Prozent gegenüber 2017 (901 Fälle).

Die meisten Urteile mit Sorgerechtsentzug wurden in den beiden Metropolen in Leipzig und Dresden gefällt (jeweils 164 Fälle), gefolgt von den Landkreisen Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (99 Fälle) und Görlitz (91 Fälle). Am seltensten mussten Familiengerichte den Eltern in Nordsachsen ihr Sorgerecht entziehen (28 Fälle). Auffällig ist zudem, dass in zwei Regionen tendenziell deutlich häufiger als in anderen die Verantwortung vollständig auf Ämter oder Dritte übertragen wedren musste: In der Stadt Leipzig betraf diese 72 Prozent der Fälle, im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sogar 84 Prozent der Fälle.

Neben dem restriktivsten Mittel eines vollständigen oder teilweisen Sorgerechtsentzugs verhängten Sachsens Familiengerichte nach Paragraph § 1666 BGB auch noch andere Maßnahmen gegen untätige Eltern – wie beispielsweise zwingende Erziehungshilfen sowie verschiedene Gebote und Verbote. Insgesamt wurden so 2018 in Sachsen in 1719 Fällen Maßnahmen von den Familiengerichten angeordnet. Im Jahr davor waren es noch 1646 Fälle.

Von Matthias Puppe

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