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Mitteldeutschland Gegen den Bundestrend: Sachsens Umweltschutzbranche mit Einbußen
Region Mitteldeutschland Gegen den Bundestrend: Sachsens Umweltschutzbranche mit Einbußen
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15:21 12.09.2019
Windräder auf einen Erzgebirgskamm bei Sayda (Sachsen). (Archivfoto) Quelle: Jan Woitas / dpa
Kamenz

Umweltschutz lohnt sich – auch aus wirtschaftlichem Blickwinkel. Jahr für Jahr setzen die bundesdeutschen Unternehmen für Produkte, Dienstleistungen oder sonstige Kraftanstrengungen für den Klimaschutz mehr Geld um. Das gilt aber nicht überall: In Sachsen mussten die Firmen im Segment zuletzt auch Verluste einstecken. Der Umsatz sächsischer Unternehmen bei Klimaschutzprojekten im In- und Ausland verringerte sich laut Statistischem Landesamt 2017 um 4,2 Prozent, betrug insgesamt noch 3,4 Milliarden Euro. Gründe für die negative Gesamtsituation liefern vor allem die erheblichen Verluste im Solarzellen-Sektor.

Rückgänge bei Solar, Windkraft und Artenschutz

Wegen des Preiskampfes mit chinesischen Firmen erlebten die Photovoltaik-Unternehmen im Freistaat 2017 einen regelrechten Umsatzeinbruch von 71,7 Prozent, heißt es aus Kamenz. Konkret blieben von den 631 Millionen Euro anno 2016 noch 179 Millionen Euro im Jahr darauf übrig. Ganz allein mit der Solarbranche lässt sich der Rückgang insgesamt zuletzt aber nicht begründen. Auch beim Ausbau der Windkraft und bei Maßnahmen für Arten- und Landschaftsschutz waren Sachsens Unternehmen zuletzt weniger gefragt. Dafür zeigten die Auftragsbücher bei Wärmedämmung und Verbesserungen der Energieeffizienz mehr Einträge. Insgesamt sank der sächsische Umsatz im Branchenteilbereich Klimaschutz zwischen 2016 und 2017 aber um gut 200 Millionen Euro auf 1,9 Milliarden Euro.

Zunehmend wichtiger wird Kunden dagegen offenbar die Lärmbekämpfung und die Luftreinhaltung. In beiden Bereichen zusammen wurden zuletzt auch 51 Millionen Euro zusätzlich eingenommen. Am Ende konnten die Steigerungen die Einbrüche in anderen Bereichen aber nicht kompensieren. Auffällig dabei: Vor allem auf dem innerdeutschen Markt hatten sächsische Unternehmen zuletzt weniger Zugriff, verringerten sich die Umsätze die insgesamt 684 Branchen-Firmen um fast zehn Prozent. Dafür gab es bei Auslandsgeschäften leichte Zugewinne.

Bundestrend zeigt nach oben

Im Vergleich zum Bundestrend entwickelte sich Sachsens Umweltbranche dabei entgegengesetzt. Insgesamt konnten deutsche Firmen 2017 im Bereich Klimaschutz und Co. satte 73 Milliarden Euro umsetzen – ein Plus von 5,3 Prozent. Die Spitzenplätze unter den Regionen haben Bayern (14,1 Milliarden Euro) und Baden-Württemberg (12,5 Milliarden Euro) inne, gefolgt von Niedersachsen (11,4 Milliarden Euro). Alle anderen Bundesländer rangieren mit erheblichen Abstand dahinter. Sachsen befindet sich im Mittelfeld, hat dabei unter den ostdeutschen Bundesländern – wie häufig – eine noch herausgehobene Stellung.

Schließlich arbeiten im Freistaat mit gut 17.000 Menschen auch deutlich mehr in Unternehmen mit Umweltschutzdienstleistungen als beispielweise in Sachsen-Anhalt (8600 Beschäftigte) oder in Mecklenburg-Vorpommern (9500 Beschäftigte). An der Küste hat die Branche dennoch eine weitaus größere Bedeutung für die Gesamtwirtschaftslage: 72 Prozent des gesamten Umsatzes aller Firmen in Mecklenburg-Vorpommern wird im Bereich Umweltschutz gemacht – Rekord im gesamten Bundesgebiet. In Sachsen sind 42 Prozent der Einnahmen aller Firmen mit Klimaschutz verbunden, bundesweit sind es 29 Prozent.

Mehr Fakten aus Sachsen: lvz.de/fakten

Von Matthias Puppe

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