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Mitteldeutschland Geheimer Stollen im Steinbruch von Buchenwald gefunden
Region Mitteldeutschland Geheimer Stollen im Steinbruch von Buchenwald gefunden
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13:42 04.10.2019
Ausgrabungen im ehemaligen Steinbruch des Konzentrationslagers Buchenwald bei Weimar. Quelle: obs/MDR Mitteldeutscher Rundfunk/Holger John
Weimar

Unter dem Steinbruch des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald ist am Mittwoch ein bisher verborgener Stollen gefunden worden. Die Ausgrabungen waren durch eine MDR-Recherche des verstorbenen Leipziger Journalisten Peter-Hugo Scholz ermöglicht worden, der im Steinbruch vor dem Konzentrationslager verstecktes Raubgut der Nationalsozialisten vermutete. Wie der MDR-Thüringen mitteilt, befindet sich der freigelegte Hohlraum am Westrand des Steinbruchs etwa zehn Meter unter der Erdoberfläche, ist etwa 15 Meter lang und je zwei Meter breit und hoch.

Raubgut 1945 in zwei Stollen entdeckt

Bereits kurz nach der Befreiung Buchenwalds 1945 waren zwei versteckte Stollen von den Amerikanern entdeckt worden. Sie enthielten mehrere Tonnen gestohlener Wertgegenstände – etwa Zahngold, Perlen und Silberbesteck. Der nun frei gelegte Stollen ist nach Angaben von Karin Sczech vom Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie (TLDA) jedoch leer. Es handle es um einen rudimentären Gang, der nicht fertiggestellt worden sei, sagte sie dem MDR.

 Volkhard Knigge, Direktor der Stiftung KZ-Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, äußerte die Vermutung, dass der Stollen für Luftschutzzwecke angelegt worden sei. „Was wir hier vor allen Dingen sehen, ist, wie Häftlinge zur Zwangsarbeit noch in den letzten Tagen und Stunden vor dem 11. April, dem Tag der Befreiung, vernutzt worden sind, um so etwas anzulegen. Und das sollte uns berühren“, sagte er dem MDR. Es sei wichtig, Klarheit zu schaffen und Zeugniswerte zu sichern – auch um Spekulationen einzudämmen.

Schatzsucher sollen nicht ermutigt werden

In der Vergangenheit war der Steinbruch immer wieder von selbst ernannten Schatzsuchern heimgesucht worden. Während der Grabungsarbeiten bleibt das Gelände abgesperrt – um Trittbrettfahrer zu vermeiden. Am kommenden Montag werden die Untersuchungen an einem zweiten Punkt fortgesetzt. Das Projekt steht unter der Verantwortung des TLDA sowie der KZ-Gedenkstätten und wird vom MDR begleitet.

Von hgw

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