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Mitteldeutschland Gewalt gegen Journalisten - Experte beklagt gesunkene Hemmschwelle
Region Mitteldeutschland Gewalt gegen Journalisten - Experte beklagt gesunkene Hemmschwelle
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13:33 12.11.2019
Der Ton gegenüber Journalisten ist rau geworden.
Der Ton gegenüber Journalisten ist rau geworden. Quelle: dpa
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Aschersleben

Die Polizei muss Journalisten bei Demonstrationen aus Expertensicht besser schützen. „Im Internet, aber auch auf der Straße nehmen die Angriffe auf die Pressefreiheit zu, die Arbeitsbedingungen für Journalisten haben sich verschlechtert, es ist gefährlicher geworden“, sagte der Buchautor und Journalist Michael Kraske am Dienstag bei einer Fachtagung unter dem Motto „Pressefreiheit - Quo Vadis“ in Aschersleben. Die Tagung wurde von der Fachhochschule der Polizei Sachsen-Anhalt organisiert.

Pressefeindliches Klima

Der Konsens, dass Journalismus wichtig sei, erodiere zunehmend seit dem Aufkommen der Pegida-Bewegungund deren „Lügenpresse“-Schlachtruf. „Dieses pressefeindliche Klima hat die Hemmschwelle, gewalttätig gegen Journalisten vorzugehen, herabsenken lassen“, sagte Kraske etwa mit Blick auf Übergriffe von rechten Demonstranten auf Medienvertreter bei Demonstrationen in Chemnitz im vergangenen Herbst.

Polizisten sollen Medienrecht lernen

Kraske beklagte, die Polizei schreite bei Übergriffen gegen Journalisten nicht immer angemessen schützend ein. „Das aufgeheizte Klima darf nicht dazu führen, dass die Rolle des Journalisten umdefiniert wird zum Störer.“ Medienrecht müsse daher Teil der Polizeiausbildung werden. „In Ausbildung und Praxis muss verankert werden, dass Journalisten eine demokratische Rolle erfüllen und dass sie auch geschützt werden müssen“, sagte Kraske.

Von LVZ