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Mitteldeutschland Greenpeace-Aktion am Kraftwerk Lippendorf bei Leipzig
Region Mitteldeutschland Greenpeace-Aktion am Kraftwerk Lippendorf bei Leipzig
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09:45 27.07.2018
Protest gegen die aktuelle Kohlepolitik: Greenpeace schickte seine Botschaft am Freitag mit einer Projektion auf den Kühlturm des Kraftwerks Lippendorf bei Leipzig in die Welt. Quelle: dpa
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Leipzig

Im Vorfeld des Klimacamps Pödelwitz haben Greenpeace-Aktivisten am Freitag die Botschaft „Kohle befeuert Hitzewellen“ auf den 175 Meter hohen Kühlturm des Kraftwerks Lippendorf bei Leipzig projiziert. Via Facebook verbreitete die Organisation ein Foto der Aktion.

Greenpeace protestiere damit gegen die bisherige Politik der Bundesregierung und für einen sozialverträglichen Ausstieg aus der Kohle bis zum Jahr 2030, so die Aktivisten in einer Erkläugn. Weiter heißt es, die aktuelle Hitzewelle sei ein Vorgeschmack dessen, was passiere, wenn die CO2-Emissionen nicht schnell gesenkt würden.

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✊Greenpeace-Aktivisten haben heute morgen mit einer Projektion am Braunkohlekraftwerk Lippendorf für die Energiewende...

Gepostet von Greenpeace Deutschland am Donnerstag, 26. Juli 2018

Die Umweltorganisation Greenpeace hält ein rasches Abschalten der ältesten Kohlekraftwerke für möglich, ohne die Versorgungssicherheit in Deutschland zu gefährden, heißt es weiter. Kohlekraftwerke belasteten die Klimabilanz. Die Effekte von mehr Solar- und Windanlagen würden dadurch zunichte gemacht. Deutschland werde sein Klimaschutzziel für 2020 mit dem aktuellen Kurs deutlich verfehlen.

Unternehmen pro Kraftwerk

Während Greenpeace Leipzig das Kraftwerk Lippendorf auf einer Liste der gesundheitsschädlichsten Kohlekraftwerke Deutschlands auf Platz 3 führt, sieht Werksleiter Christian Rosin das anders. Er sagte für eine Multimedia-Reportage aus dem Kraftwerk gegenüber der LVZ, dass die Kohlendioxid-Emissionen durch einen hohen Wirkungsgrad der Turbinen niedrig gehalten werden. Lippendorf gehöre damit zur Weltspitze. Techniker betonen, dass die Anlage alle bestehenden Umweltauflagen einhalte. Die Bildung von Stickoxiden werde unterdrückt, Schwefeldioxid chemisch in Gips gebunden.

Das Kraftwerk wird durch die LEAG betrieben, gemeinsame Marke der Lausitz Energie Bergbau AG und der Lausitz Energie Kraftwerke AG. Mehrheitseigentümer ist eine Holding mit Sitz in Prag. Im Kraftwerk wird Kohle aus dem Tagebau Vereinigtes Schleenhain verarbeitet, das die Mitteldeutsche Braunkohlegesellschaft (MIBRAG) in Regie hat. Laut Unternehmen deckt die Energie aus Lippendorf mehr als 60 Prozent des Fernwärmebedarfs der Stadt Leipzig ab.

Klimacamp und Demo in Leipzig

Die MIBRAG will den Tagebau Schleenhain erweitern. Dafür müsste das Dorf Pödelwitz weichen. Mit der Aktion am Kraftwerk Lippendorf stellt sich Greenpeace an die Seite des Protests gegen die Abbaggerung des Ortes. Kohlegegner starten dort am Wochenende ein „Klimacampmit zahlreichen Info- und Protestaktionen. Am Samstag ist eine Demonstration in Leipzig geplant. „Pödelwitz muss bleiben“, betont Greenpeace-Sprecher Jannes Stoppel.

Von Evelyn ter Vehn