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Mitteldeutschland Greta Wehner mit 93 Jahren in Dresden verstorben
Region Mitteldeutschland Greta Wehner mit 93 Jahren in Dresden verstorben
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09:27 28.12.2017
Greta Wehner neben einem Plakat mit ihrem verstorbenen Ehemann.  Quelle: Archiv/Paul Glaser
Dresden

Greta Wehner ist tot. Das geht aus einem Nachruf der Herbert-und-Greta-Wehner-Stiftung in Dresden hervor. Demnach verstarb die letzte Frau des früheren SPD-Politikers Herbert Wehner am Sonnabend, dem 23. Dezember, nach kurzem Klinikaufenthalt, in Dresden. Die Gründerin der Herbert-und-Greta-Wehner-Stiftung, die seit 1996 in der sächsischen Landeshauptstadt gelebt hatte, wurde 93 Jahre alt.

Prof. Dr. Christoph Meyer, Vorsitzender der Stiftung, erklärt dazu: „Greta Wehner hat ein langes, mühevolles und erfülltes Leben ge­habt. Sie war eine in besonderem Maße ver­antwortlich denkende und handelnde über­zeugte demokratische Staatsbürgerin. ‚Selb­ständiges Politisches Denken‘ fördern, so umschrieb sie politische Bildung im Sinne von Herbert Wehner, den Zweck unserer Stif­tung. Wir verlieren eine treue und für­sorgli­che Freundin, eine kluge und hilfsbereite Ratgeberin. Greta Wehner bleibt in unseren Herzen, ihr Wirken ist unser Vorbild.“

Greta Wehner war am 31. Oktober 1924 in Harxbüttel bei Braunschweig zur Welt gekommen. Ihre Mutte Lotte Burmester war zunächst mit Gretas Vater Carl Burmester verheiratet. Der Schiffszimmermann und Kommunist wurde bei einem Gestapoverhör 1934 umgebracht. 

Lotte lernte nach der Flucht vor den Nazis nach Schweden 1944 Herbert Wehner (Dresden 1906 – 1990 Bonn) kennen, heiratete ihn 1944 und kam mit dem ihm nach Kriegsende 1946 nach Ham­burg zurück.

Greta Burmester siedelte 1947 ebenfalls nach Hamburg über und trat im gleichen Jahr in die SPD ein. Später wurde sie zur rechten Hand des Politikers Wehner, der bis 1983 Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion war. Lotte Wehner, Gretas Mutter, war 1979 gestorben. Nachdem er aus dem Bundestag ausge­schieden war, heirateten Herbert Wehner und Greta Burmester am 16. Mai 1983 in Bonn. Nach Wehners Tod 1990 zog Greta Wehner im Juni 1996 von Bonn nach Dresden um.

Greta Wehner sei bis ins hohe Alter eine „scharfsinnige Beobachterin“ des Geschehens um sie herum und in der Welt geblieben, hieß es im am Mittwoch veröffentlichten Nachruf der 2003 von ihr gegründeten Herbert-und-Greta-Wehner-Stiftung. Und – das sei ihr besonders wichtig gewesen – sie lebte, bis fast zuletzt, selbstbestimmt.

Von Ingolf Pleil

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