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Mitteldeutschland Grüne Liga Sachsen legt Widerspruch gegen Wolfsabschuss ein
Region Mitteldeutschland Grüne Liga Sachsen legt Widerspruch gegen Wolfsabschuss ein
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12:17 03.11.2017
Wölfe werden seit dem 15. Jahrhundert in Mitteleuropa systematisch verfolgt.  Quelle: dpa
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Leipzig/Bautzen

 Gegen die Genehmigung des Landratsamtes Bautzen, einen Wolf in der Oberlausitz abzuschießen, hat die Grüne Liga Sachsen Widespruch eingelegt. Sie habe beim Verwaltungsgericht in Dresden einen Eilantrag eingereicht, teilte die Anwältin der Liga, Franziska Heß, am Freitag in Leipzig mit. Heß sieht in der Abschussgenehmigung „einen Präzedenzfall von grundsätzlicher Bedeutung“.

„Unserer Auffassung nach ist eine Abschussgenehmigung für einen Wolf unter anderem aufgrund bestehender Alternativen wie Vergrämung und Prävention mit dem europäischen Naturschutzrecht unvereinbar“, erklärte Heß. Die Naturschutzrichtlinien verlangten, „dass sämtliche Alternativen vorab ausgeschöpft werden“.

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Vergangene Woche hatte das sächsische Umweltministerium sein Einverständnis für die Tötung eines Wolfs des „Rosenthaler Rudels“ erteilt. Daraufhin hatte das Landratsamt Bautzen eine entsprechende Ausnahmegenehmigung erlassen. Der „Problemwolf“ hatte in der Vergangenheit wiederholt Schafe gerissen.

Die Hintergründe, wie die Genehmigung zustande kam, seien „nach wie vor unklar“, hieß es aus der Leipziger Anwaltskanzlei weiter. So hätten die Behörden beispielsweise unterschiedlich darüber Auskunft gegeben, ob es sich um eine Genehmigung nach Jagdrecht oder Naturschutzrecht handelt.

Da ein Abschuss des Wolfes kurzfristig erfolgen soll, bestehe Handlungsbedarf. Der Eilantrag beim Verwaltungsgericht habe zum Ziel, „dass keine Fakten durch einen Abschuss geschaffen werden, bevor die Sach- und Rechtslage geklärt ist“, hieß es.

Von LVZ