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Mitteldeutschland Grundsteinlegung für erste Kuppel-Moschee in Mitteldeutschland
Region Mitteldeutschland Grundsteinlegung für erste Kuppel-Moschee in Mitteldeutschland
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17:31 13.11.2018
Moschee-Gegner demonstrieren während der Grundsteinlegung für eine neue Moschee mit einem Plakat mit der Aufschrift "Ich bin gesandt worden, um das Kreuz zu brechen, das Schwein zu vernichten." Quelle: dpa/ Schutt
Erfurt

Die erste sichtbare Moschee mit Kuppeldach in Mitteldeutschland wird bald in Erfurt stehen. Dort ist am Dienstag von der Ahmadiyya-Gemeinde der Grundstein für den geplanten Bau gelegt worden. Vor Ort sprach Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) vor Vertretern der Parteien, der Zivilgesellschaft, der beiden großen christlichen Kirchen sowie der Jüdischen Landesgemeinde von einem guten Tag für das Grundgesetz und für die Religionsfreiheit. Er betonte, dass dies für alle Menschen gelte, die friedlich ihren Glauben lebten.

Moschee-Gegner protestierten vor dem Baugrundstück

Während der Grundsteinlegung protestierten laut Polizeiangaben etwa 80 Moschee-Gegner. Sie trugen Spruchbänder und Schilder mit teils islamfeindlichen Sprüchen bei sich. Das Verwaltungsgericht Weimar hatte die Demonstration auf einem Rasenstück vor dem Baugelände zuvor erlaubt. Ministerpräsident Ramelow drückte diesbezüglich sein Bedauern aus: „Die Religionsfreiheit und die Religionsgewährung sind wichtige Prinzipien unserer offenen Gesellschaft“, sagte er. Er sei betroffen von den Anfeindungen, die es unter anderen gegen den Sprecher der Thüringer Ahmadiyya-Gemeinde, Suleman Malik, gegeben habe. In der Vergangenheit war es teils zu heftigen Protestaktionen gekommen. Im vergangenen Jahr hatten Gegner in der Nähe des Baugeländes große Holzkreuze mit Schweinekadavern aufgestellt.

Der Grundstein für die Moschee der etwa 100-köpfigen muslimischen Ahmadiyya-Gemeinde in Erfurt liegt. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) bedauerte, dass Gegner der Pläne am Dienstagmittag vor Ort demonstrieren durften.

Vor Ort waren auch etwa 40 Menschen, die sich für den Bau der Moschee einsetzten. „Es gilt, hier Religionsfreiheit und den Rechtsstaat zu verteidigen“, sagte die Grünen-Politikerin Astrid Rothe-Beinlich. Dabei spiele die eigene Einstellung zur Ahmadiyya-Gemeinde keine Rolle. Sie selbst sieht die Religionsgemeinschaft in Hinsicht auf Frauenrechte kritisch. Während der Veranstaltung gab es für muslimische Männer und Frauen getrennte Zelte. Ramelow sagte, dass der Staat jedem, der seine Religion friedlich leben wolle, das auch garantieren müsse. Allerdings müsse man auch miteinander reden, wenn Religion missbraucht werde.

Auf dem Grundstück im Gewerbegebiet im Erfurter Ortsteil Marbach sollen in den kommenden Monaten Gebetsräume für Männer und Frauen, zwei Büros, eine Küche und eine Wohnung für den Imam entstehen. Das einstöckige Gebäude soll mit einer 3,5 Meter hohen Kuppel und einem nicht begehbaren Minarett versehen werden. Man rechne mit etwa 700.000 Euro Baukosten, sagte Abdullah Uwe Wagishauser, Bundesvorsitzender der Glaubensgemeinschaft. Es entstehe kein „Protzbau“, sondern ein funktionales Gebäude.

Moscheebau in Leipzig verzögert sich weiter

Seit Jahren plant die Ahmadiyya-Gemeinde auch den Bau einer Moschee im Leipziger Stadtteil Gohlis. Der entsprechender Bauantrag ist laut Wagishauser bereits eingereicht worden. Es fehle lediglich ein Gutachten zum Thema Lärmschutz. „Wir erwarten das Okay des Bauamts in absehbarer Zeit. Das kann schon diesen Monat sein“, sagte Wagishauser. Laut Umer Rashid Malik, Imam in Leipzig, hapert es allerdings noch an der Finanzierung. Etwa 800.000 Euro sind für den Bau der Moschee eingeplant, zu viel für die kleine Gemeinde. Deshalb sei man jetzt auf der Suche nach einem Großsponsor, so Malik gegenüber der LVZ. Wann genau der Grundstein gelegt werden könne, stehe aber noch in den Sternen.

Von hgw

Vor 25 Jahren hat er Rotkäppchen zusammen mit dem späteren Sektkönig Gunter Heise von der Treuhand übernommen und die Marke dann zum Marktführer in ganz Deutschland aufgebaut. Jetzt zieht sich Ulrich Wiegel aus dem Management der Firma zurück – als letzter der Vier, die die Firma einst in die Marktwirtschaft geführt hatten.

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