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Mitteldeutschland Handwerk fordert Azubi-Tickets für Sachsen
Region Mitteldeutschland Handwerk fordert Azubi-Tickets für Sachsen
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19:30 30.11.2018
Symbolbild Quelle: dpa
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Leipzig

Das ostsächsische Handwerk hat die rasche Einführung eines Azubi-Ticktes bis zum 1. März 2019 gefordert. „Das Azubi-Ticket ist im aktuellen Koalitionsvertrag versprochen, also muss es auch noch in der aktuellen Legislaturperiode kommen“, appellierte der Präsident der Handwerkskammer Dresden, Jörg Dittrich, am Freitag in einem offenen Brief an Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD). Bereits seit Jahren fordert das Handwerk ein solches Ticket, das den Lehrlingen die Fahrten zwischen Wohnung und Berufsschule zu einem reduzieren Preis ermöglicht.

Eine aktuelle Erhebung der Kreishandwerkerschaft Bautzen habe ergeben, dass den Auszubildenden derzeit Kosten von knapp 114 Euro pro Monat allein für den Weg zur Berufsschule entstünden. Es sei nicht hinnehmbar, dass sich die Gründung einer Landesverkehrsgesellschaft damit auch die Einführung eines Azubi-Tickets über einen längeren Zeitraum hinziehe, so Dittrich.

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Er teile den Unmut und die Verärgerung der Kammern, Eltern und Schüler, erklärte Minister Dulig am Freitag. Der Freistaat habe in langen Verhandlungen auf kommunaler Ebene immer wieder die Einführung eines Bildungstickets - inklusive Azubi-Ticket - gefordert. Eine Einigung mit den Landräten als Vorsitzende der zuständigen Zweckverbände sei allerdings gescheitert.

Der SPD-Politiker hatte daher Anfang November die Gründung einer landeseigenen Verkehrsgesellschaft ankündigt, die den Nahverkehr künftig zentral regeln soll - und auch die Einführung eines Azubi-Tickets vorsieht. Bisher wird der ÖPNV von fünf Zweckverbänden organisiert, die 2018 rund 460 Millionen Euro Regionalisierungsmittel erhalten. „Wir müssen die Kleinstaaterei innerhalb Sachsens beenden“, betonte Dulig. Ein entsprechendes Kabinettsverfahren sei eingeleitet worden.

dpa