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Mitteldeutschland Heiße Woche in Sachsen: Hitzefrei an Schulen, Straßenschäden drohen
Region Mitteldeutschland Heiße Woche in Sachsen: Hitzefrei an Schulen, Straßenschäden drohen
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09:34 22.06.2019
Darauf können sich viele Schüler freuen: Vielerorts wird es aufgrund der Hitzewelle verkürzten Unterricht geben. Quelle: dpa
Leipzig

Pack die Badehose ein: Viele Schüler in der Region können sich angesichts der prophezeiten Rekordtemperaturen über „Hitzefrei“ in der nächsten Woche freuen. Schon in den letzten Tagen hatten einige Einrichtungen auf den verkürzten Unterricht umgestellt – heißt: Die Stunden dauern 30 statt 45 Minuten, die Schüler sind meist mittags mit dem Programm durch. In den Klassen 1 bis 4 folgt dann eine Hortbetreuung.

Doch generell gilt in Sachsen: Jede Schule regelt ihren Ablauf an Hitzetagen selbst. „Es gibt keine allgemein verbindliche landesweite Richtlinie“, sagt Roman Schulz, Sprecher des Landesamtes für Schule und Bildung. Letztlich liege die Entscheidung im Ermessen eines jeden Schulleiters.

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Lange Hitzewelle belastet Kreislauf

Wie heftig die Hitzewelle in Mitteldeutschland ausfällt, ist noch nicht ganz klar: Die Modelle sagen Spitzenwerte von 34 bis 38 Grad voraus. Laut Diplom-Meteorologen Dominik Jung vom Portal Wetter.net ist aber auch nicht der Rekordwert entscheidend. „Ob es nun 37, 38, 39 oder gar 40 Grad sein werden, ist ziemlich egal. Die Länge der Hitzewelle macht die starke Belastung für Mensch und Natur aus.“ Und da wird es in der Tat heftig: Die Wetterkarte sieht ab spätestens Dienstag bis zum nächsten Wochenende konstant über 30 Grad voraus.

„Es wird unerträglich sein und so manchen Kreislauf in die Knie zwingen. Selbst die Nachtwerte werden teilweise um 25 Grad liege“, so Meteorologe Jung. „Da ist an einen erholsamen Nachtschlaf nur noch mit Klimaanlage zu denken.“

Gefahr auf der A9: Fahrbahn aufgesprengt

Die ungewöhnlich lang anhaltende Hitzewelle droht aber auch für Autofahrer und Bahnreisende zur Belastungsprobe zu werden. So hatten mehrere heiße Tage im Frühsommer letzten Jahres dafür gesorgt, dass an etlichen Autobahnstrecken gefährliche Fahrbahnschäden auftraten. Unter anderem war auf der A 9 ein Abschnitt zwischen Weißenfels und Naumburg betroffen: Die Hitze hatte zu einem „Blow-up“ geführt: Dabei dehnen sich Betonplatten aus und sprengen die Fahrbahn auf.

Defekte Klimaanlagen: Bahn muss Wagen stehenlassen

Bei der Deutschen Bahn heißt die spannende Frage: Halten die Klimaanlagen oder wird das Reisen zur Tortur? Im Hitzesommer 2018 hatten in mehreren Zügen die Anlagen schlapp gemacht. Eine Bahn-Sprecherin räumte damals ein, dass bei sehr hohen Temperaturen im Schnitt täglich zwei bis drei Prozent der Klimaanlagen in den Zügen ausfallen. Laut einem Bericht des „Tagesspiegels sind im Fernverkehr in den insgesamt 270 ICE und rund 770 IC-Wagen rund 3400 Klimaanlagen im Einsatz – bei einem Ausfall von drei Prozent bedeutet dies, dass bei extremer Hitze täglich im Schnitt etwa 102 Wagen nicht benutzbar sind.

Stimmt die Siebenschläfer-Regel?

Einziger Trost für Hitzegeplagte: Dass der Siebenschläfertag (Donnerstag) ausgerechnet in diese Turbo-Sommerwoche fällt, tut für Wetterexperten nichts zur Sache. „Wir alle kennen ja die Regel: Wie das Wetter am Siebenschläfertag, so es sieben Wochen bleiben mag. Glücklicherweise ist an dieser Regel nichts dran“, sagt Meteorologe Jung. Dem Sommer sei das Wetter an diesem einen Tag total egal. „Wir müssen uns also nicht auf sieben Wochen Extremhitze einstellen.“

Von Olaf Majer

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