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Mitteldeutschland Hilfskonvoi aus Leipzig holt Flüchtlinge – Aktivisten festgenommen
Region Mitteldeutschland Hilfskonvoi aus Leipzig holt Flüchtlinge – Aktivisten festgenommen
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14:33 16.09.2015
Flüchtlinge warten an der Grenze zwischen Österreich und Ungarn. Quelle: dpa
Leipzig

Ein Konvoi aus 50 Fahrzeugen bringt derzeit Menschen aus Ungarn über die geschlossenen Grenzen nach Deutschland. Etwa 60 Flüchtlinge gelangten in der Nacht nach Österreich.

Die Fluchthelfer starteten ihre „Konvoi der Hoffnung“ am Montagmorgen in Leipzig, erklärte Sprecher Jan Liebig gegenüber LVZ.de. Von der Messestadt aus ging es zunächst nach Wien, wo sich weitere Fluchthelfer anschlossen. Endstation für den Autokorso war der österreichische Grenzort Nickelsdorf. „Zu Fuß haben wir die Menschen dann über die Grenze aus Ungarn nach Österreich begleitet“, so Liebig.

Am Dienstagabend erreichte der Konvoi aus etwa 50 Autos die Grenze zu Bayern, die die Gruppe aufgrund der hohen Kontrollen zu Fuß passierte. 30 Flüchtlinge seien von der Polizei registriert worden. Die Aktivisten, unter ihnen auch die Bundestagsabgeordnete Christine Buchholz (Die Linke), wären zwischenzeitlich wegen des Tatverdachts der Schleusertätigkeit in Gewahrsam genommen worden. Das erklärte der Pressesprecher am Mittwochmorgen und fügte hinzu: „Wir lassen uns nicht einschüchtern.“ Der zivile Ungehorsam sei angesichts der humanitären Katastrophe in den Transitländern legitim, erklärte er weiter.

„Radikale Humanisten“

Die Teilnehmer sind sich der Risiken bewusst. „Wir begehen Rechtsbruch. Das haben wir einkalkuliert.“ Die Gruppe aus Freiwilligen sei organisiert und habe juristischen Beistand. Liebig ergänzt aber, dass für Flüchtlinge aus Syrien das Dublin-III-Abkommen außer Kraft gesetzt wurde. Diese dürfen demnach auch in Deutschland Asyl beantragen, nicht nur in dem EU-Land, in welches Sie zuerst eingereist sind. Ob die Aktion wirklich einen Verstoß gegen geltende Gesetzte darstelle, sei also fraglich.

Jan Liebig beschreibt die Teilnehmer des „Konvois der Hoffnung“ als „radikale Humanisten“. Die Bedingungen, unter denen Asylbewerber in Griechenland und Ungarn leben müssten, seien unmenschlich. Die Gruppe wolle den Flüchtlingen ein menschenwürdiges Leben ermöglichen. Die Aktion soll auch als Kritik an der Flüchtlingspolitik der EU gelten: „Das Dublin-III-Abkommen ist angesichts der Realität hinfällig geworden. Die Menschen sind schon unterwegs – in sichere Länder wie Deutschland.“

Joka / jhz

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