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Mitteldeutschland Hitlergruß und Bundeswehrsprengstoff: Neue Details zum Elitesoldaten
Region Mitteldeutschland Hitlergruß und Bundeswehrsprengstoff: Neue Details zum Elitesoldaten
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19:37 15.05.2020
Das Grundstück des Soldaten wird akribisch untersucht. Quelle: Sven Bartsch
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Leipzig

Nach dem Fund eines Waffenlagers bei einem KSK-Soldaten der Bundeswehr in Collm bei Oschatz gibt es Hinweise, dass der Mann einem rechtsextremen Netzwerk innerhalb der Eliteeinheit angehört haben könnte. Den Ermittlungen zufolge hatte der Oberstabsfeldwebel im April 2017 an einer Abschiedsparty für einen KSK-Kommandeur teilgenommen, bei dem nach einem Parcours mit fragwürdigen Aufgaben wie dem Weitwurf von Schweineköpfen Rechtsrock gespielt und verfassungsfeindliche Symbole gezeigt worden sein sollen. Das berichtet das Nachrichtenmagazin Spiegel.

Sie nannten ihn „Nazi-Opa“

Hinterher habe eine Zeugin ausgesagt, dass Philipp S. damals gemeinsam mit anderen Elitesoldaten mit dem Hitlergruß posiert habe. Sie bezeichnete ihn als „Nazi-Opa, da der heute 45-Jährige sichtlich älter als die anderen anwesenden KSK-Kameraden war, wie der Spiegel weiter berichtet. Obwohl S. seitdem vom MAD als Verdachtsperson beobachtet wurde, sei es dem Geheimdienst nicht gelungen, diesen Verdacht zu erhärten.

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Sprengstoff aus Bundeswehrbeständen

Als es dann Anfang dieses Jahres Hinweise gab, dass S. in seinem Garten in Collm unter der Erde Waffen gehortet habe, meldete der MAD seinen Verdacht der Polizei. Bei einer Razzia am Mittwoch fanden Beamte in S.s Garten unter anderem ein AK47-Sturmgewehr, reichlich scharfe Munition und Pakete mit Plastiksprengstoff. Ermittlungen zufolge stammen Munition und Sprengstoff teilweise aus Bundeswehrbeständen, so der Bericht. S. wurde verhaftet. Wegen der Spezialausbildung des KSK-Manns sah der Haftrichter Flucht- und Verdunklungsgefahr.

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Von LVZ

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