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Mitteldeutschland Hitzesommer 2018: 23 Badetote in Sachsens Gewässern
Region Mitteldeutschland Hitzesommer 2018: 23 Badetote in Sachsens Gewässern
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10:00 27.04.2019
Die DRK Wasserwacht übt in einer Kiesgrube in Sachsen die Rettung eines Ertrinkenden. Quelle: Erik Elster
Leipzig

Für Badefans war 2018 ein Jahr der Superlative. Die anhaltend hohen Temperaturen lockten aber nicht nur mehr Wasserratten in sächsische Gewässer, leider stieg auch die Zahl der Badeunfälle. „Im Vorjahr ertranken in Sachsens Badeseen 23 Menschen“, sagt Joachim Weiß von der DRK Wasserwacht Sachsen. Das hätten eigene Zählungen ergeben. Weiß spricht von einem unrühmlichen Rekord. Gegenüber den Vorjahren sei das ein deutlicher Anstieg: 2016 gab es laut Angaben des Statistischen Landesamtes 18 Ertrunkene. 2015 waren es zwölf. Für 2017 liegen noch keine Zahlen des Amtes und des Deutschen Roten Kreuzes vor.

Die meisten Badegewässer in Sachsen sind nicht bewacht

Ohne das Engagement der Wasserwacht sehe die Bilanz noch trauriger aus, so Weiß. Im Vorjahr leisteten 5300 Ehrenamtliche des DRK rund 63 200 Einsatzstunden an Gewässern im Freistaat. Neben dem DRK engagieren sich auch Kräfte der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) für die Sicherheit an Badegewässern im Freistaat. Eine Badestelle bewachen zu lassen, liege in der Verantwortung der jeweiligen Kommunen und sei nicht kostenlos zu haben. In den letzten Jahren sei die Zahl der Seen in Sachsen deutlich gestiegen, auch nehme die touristische Nutzung sprunghaft zu. Weiß appelliert deshalb, dringend die Wasserrettungsstrukturen auszubauen. Die meisten Baggerseen seien nicht bewacht, weil die Anliegergemeinden bei den Ausgaben für Rettungsschwimmer und Wasserwacht sparen. Menschen, die für Parkplätze an Seen, Campingplätze und Verpflegung Geld ausgeben, erwarteten eine bewachte Badestelle und Erste Hilfe in Notfällen. „Vielen ist ein Rettungsschwimmer am Badestrand wichtiger als eine WLAN-Verbindung oder eine perfekt in Szene gesetzte Promenade“, sagt der DRK-Verantwortliche und beruft sich dabei auf Befragungen von Badegästen. „Von den 35 ausgewiesenen EU-Badegewässern im Freistaat ist nicht einmal die Hälfte adäquat bewacht, um sicher baden gehen zu können.“

Mehr Einsatzstunden am Bärwalder See

Wie wichtig ein besserer Rettungsdienst ist, macht Weiß am beliebten Bärwalder See in der Lausitz, dem größten Badegewässer Sachsens, deutlich. Wurden 2017 noch 1490 Stunden ehrenamtlich Dienst geleistet, stieg die Zahl im vergangenen Jahr auf 2314. Weiß: „Die Ehrenamtlichen mussten bei 35 Einsätzen dreimal im Rahmen der Notfallrettung aktiv werden, 14 Sportbootbesatzungen Hilfe leisten, fünf Surfern und Seglern helfen sowie 17 Mal kleinere Verletzungen behandeln.“ Ein Großteil der Hilfs- und Rettungseinsätze sei nur möglich gewesen, weil Rettungsschwimmer aus ganz Sachsen, aber auch aus anderen Bundesländern wie Berlin sowie Bayern unter Einsatz eigener Mittel und Rettungsboote zur Stelle waren. „Bei einer Fläche von mehr als 16 Quadratkilometern benötigt man moderne Technik, um Menschen retten zu können.“ Das Rote Kreuz ist deshalb am Bärwalder See mit dem neuen Motorrettungsboot „Micha“ im Einsatz. Dank der durch das DRK aufgestellten Notrufsäulen könne schnell Hilfe angefordert werden. Da sich auch der unbewachte Sportstrand steigender Beliebtheit bei Wind- und Kitesurfern erfreue, werde die Wasserwacht noch in dieser Saison versuchen, das Netz an Notrufsäulen auszubauen.

Von Andreas Dunte

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