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Mitteldeutschland Hobbyhistoriker aus Mitteldeutschland in Leipzig mit Preisen geehrt
Region Mitteldeutschland Hobbyhistoriker aus Mitteldeutschland in Leipzig mit Preisen geehrt
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14:26 11.12.2019
Jens Fuge (Kategorie Sportgeschichte, v.l.), Horst Galle (Dokumentation) und Richard Eißner (Jugendsonderpreis) gehören zu den Preisträgern des Mitteldeutschen Historikerpreises "Ur-Krostitzer Jahresring". Quelle: Christian Modla
Leipzig

Wenn von Wirtschaftsflüchtlingen und Migration die Rede ist, dann denkt die Thüringerin Astrid Adler zuerst an Deutsche. „Aus dem kleinen Tiefenort bei Bad Salzungen, wo ich lebe, sind in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts rund 500 Menschen vor dem Elend geflohen und in die Vereinigten Staaten von Amerika ausgewandert“, erklärt die 53-jährige Unternehmensberaterin. „Jenseits des Atlantiks haben sie sich neue Existenzen aufgebaut.“ Deren Nachfahren ist sie begegnet, hat Lebensumstände und Familienverhältnisse exakt rekonstruiert und zu mehreren Schriften in deutscher und englischer Sprache zusammengetragen. Dafür erhielt sie jetzt den Mitteldeutschen Historikerpreis „Ur-Krostitzer Jahresring“. Bei der Preisverleihung am Dienstag im Gewandhaus zu Leipzig erhielt die Hobbyhistorikerin ein Preisgeld von 1500 Euro und obendrein eine goldene Nachbildung des Rings von Schwedenkönig Gustav II. Adolf.

Historiker ohne Nachwuchsprobleme

Weitere 3000 Euro Preisgeld teilen sich sechs Heimatkundler in verschiedenen Kategorien. Horst Galle aus Leipzig wurde für seine Arbeit „Historischer Braunkohlenbergbau entlang der Mulde um Colditz, Grimma und Wurzen“ geehrt, Jens Fuge aus Naunhof-Fuchshain (Landkreis Leipzig) für drei umfangreiche Bände zuChemie Leipzig und seine Fans“ und Manfred Schollmeyer aus Oschatz (Landkreis Nordsachsen) für sein ebenso vielseitiges wie tiefgründiges Lebenswerk. Zu den Preisträgern zählen auch Karl Ernst aus Pößneck (Saale-Orla-Kreis), Konstantin Seifert aus Jena und Hans Berger aus Staßfurt-Löderburg (Salzlandkreis).

Den Jugendsonderpreis gewann der 17-jährige Richard Eißner vom St. Augustin-Gymnasium Grimma. Der Nerchauer stellte detaillierte Nachforschungen zu Grimma, drei einstigen Fürstenschulen der Region und Paul Gerhardt im Dreißigjährigen Krieg an. Der Juryvorsitzende Rudolf Boch, der bis 2018 einen Geschichtslehrstuhl an der TU Chemnitz innehatte, hob die breite Alterspalette der 93 Hobbyforscher hervor, die sich an dem diesjährigen Wettbewerb beteiligten. Mehr als jeder fünfte sei im Alter zwischen 16 und 20 Jahre gewesen. Er sei „beeindruckt von der Neugier und Akribie, mit der sich Hobbyforscher in regionale Geschichte reinfressen“, gestand Boch.

„Geschichte zum Anfassen“

Besondere Anerkennungen gingen an den letztjährigen Gesamtsieger Joachim Krause aus Schönberg (Landkreis Zwickau), darunter für seine Geschichten einer Bauernfamilie aus dem Altenburgischen. Auch Jürgen Fischer aus Elsteraue-Rehmsdorf (Burgenlandkreis) erhielt für sein Werk über den Philosophen Gottfried Wilhelm Leibniz und seine Briefwechsel mit Zeitzern eine besondere Anerkennung.

„Die Themen der Einsendungen könnten nicht unterschiedlicher sein“, lobte Wolfgang Welter, Geschäftsführer der Krostitzer Brauerei, die den Wettstreit seit 16 Jahren ausrichtet. Es sei immer wieder „beeindruckend, welche Leistung die Menschen in Mitteldeutschland in ihrer Freizeit vollbringen“.

Die Siegerin Astrid Adler versteht ihre Bücher nicht nur als Geschichtsabrisse, sondern auch als Einladung für die Leser, den Geburtsort ihrer Vorfahren selbst zu entdecken. Auf mehreren Vortragsreisen in die Staaten warb sie für thüringische Geschichte und betreut daheim Amerikaner, die jetzt häufiger nach ihren Wurzeln im Wartburgkreis suchen. „Geschichte ist für mich mehr als Vergangenes. Geschichte ist zum Anfassen“, sagt sie zum eigenen Antrieb. „Historie bezieht sich immer auf Menschen – auf Vorfahren ebenso wie auf uns heute.“

Von Winfried Mahr

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