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Mitteldeutschland Höhere Beteiligung zur Oberbürgermeisterstichwahl in Halle
Region Mitteldeutschland Höhere Beteiligung zur Oberbürgermeisterstichwahl in Halle
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16:27 27.10.2019
Zahlreiche Menschen haben sich auf dem Hallenser Marktplatz versammelt. (Archivbild) Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
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Halle (Saale)

Gut zweieinhalb Wochen nach dem rechtsextremen Terroranschlag in Halle zeichnet sich bei der Stichwahl zum Oberbürgermeister eine verhältnismäßig hohe Wahlbeteiligung ab. Bis 14 Uhr hatten fast genauso viele Menschen ihre Stimme abgegeben wie bei der Hauptrunde vor zwei Wochen. Wie die Stadt am Sonntag mitteilte, gaben bis zum frühen Nachmittag knapp 19 Prozent der Wählerinnen und Wähler ihre Stimmen ab. Vor zwei Wochen war es zu diesem Zeitpunkt rund ein Prozentpunkt mehr. Bis zum Abend (18.00 Uhr) sollten die Wahllokale noch geöffnet sein.

In der Regel liegt die Wahlbeteiligung bei Stichwahlen deutlich unter der Beteiligung der ersten Runde. Bei der vergangenen OB-Wahl 2012 gaben in der Hauptwahl 34,6 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab, bei der Stichwahl waren es nur noch 29 Prozent. 2006 waren es 32,4 Prozent in der ersten Runde, 27,4 Prozent bei der Zweiten. Die diesjährige Hauptrunde vor zwei Wochen hatte mit rund 42 Prozent sogar einen der höchsten Werte seit Langem. Seit 1994 (damals 60,3 Prozent) machten nicht mehr so viele Menschen von ihrem Wahlrecht bei einer Oberbürgermeisterwahl gebrauch.

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Eine Stichwahl ist dabei nicht immer Pflicht: Nur wenn es keinem Kandidaten bei der Hauptrunde mit allen Kandidaten gelingt, die absolute Mehrheit zu bekommen, müssen die beiden Bestplatzierten in einer Stichwahl erneut gegeneinander antreten. Am 13. Oktober hatte Amtsinhaber Bernd Wiegand (parteilos) rund 44 Prozent der Stimmen bekommen, sein rot-rot-grüner Herausforderer Hendrik Lange (Linke) kam mit gut 25 Prozent auf den zweiten Platz.

Ob sich der Terroranschlag auf die Wahl ausgewirkt hat, sei aktuell nur Spekulation, sagt Politikwissenschaftler Michael Kolkmann von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Dies müsse man durch Nachwahlbefragungen herausfinden. Im Anschluss an den Anschlag habe es auch keine Mobilisierungsthemen gegeben, die eine Debatte befeuert hätten, sagte Kolkmann. Dies liege etwa daran, dass alle Kandidaten die Terrortat verurteilten und betont hätten, dass sich die Gesellschaft gegen diese Gewalt stellen müsse.

Von LVZ