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Mitteldeutschland Große Gala in der Gläsernen Manufaktur
Region Mitteldeutschland Große Gala in der Gläsernen Manufaktur
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23:19 10.05.2019
Volles Haus in der VW-Manufaktur in Dresden: Bei der Preisverleihung zu „Sachsens Unternehmer des Jahres“ durften die Gäste selbst mit abstimmen. Quelle: Frank Johannsen
Dresden

Einen klitzekleinen Moment lang schaute Holger Födisch äußerst ungläubig. Klar, dass er mit seinem Umweltmesstechnik-Unternehmen zum Kreis der fünf Nominierten bei „Sachsens Unternehmer des Jahres“ gehörte – das hatte er eine knappe Stunde zuvor selbst noch einmal auf der großen Leinwand in der Gläsernen Manufaktur bestätigt bekommen. Im Film, der allerdings auch die vier Mitbewerber vorstellte. Dass jetzt aber Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig und Gala-Moderatorin Franziska Schenk ausgerechnet seinen Namen aus dem goldenen Umschlag mit dem Votum der Jury ziehen würden …

Dr. Födisch Umwelttechnik – Konzern mit 200 Mitarbeitern und sechs Tochtergesellschaften

Doch der promovierte Ingenieur aus Markranstädt hatte sich schnell gefangen – und trug für den Rest des Abends ein zufriedenes Strahlen auf dem Gesicht. Selbst und erst recht, als ihm Björn Steigert einen gewissen „Mut zur Hässlichkeit“ bescheinigte. Der Geschäftsführer der Leipziger Verlags- und Druckereigesellschaft, deren Leipziger Volkszeitung seit diesem Jahr im Kreis der Ausrichter des Wettbewerbs dabei ist, meinte das in seiner Laudatio selbstredend ausschließlich positiv. Denn Födisch habe aus einem hässlichen Entlein, dem eigentlich abrissreifen Gebäude des ehemaligen VEB Staubmesstechnik, ein „wahres Juwel“ gezaubert. Heute führt der 59-Jährige mit seiner Dr. Födisch Umweltmesstechnik AG einen kleinen Konzern mit 200 Mitarbeitern, sechs Tochtergesellschaften und zwei Beteiligungen. Dessen Geschäft und Produkte basieren im Wesentlichen auf Födischs Ideen – und sind mittlerweile bis nach China gefragt.

40 Kilo schwere Sieger-Bronze-Statue ist ein Hingucker

Alles andere als hässlich ist indes der Lohn, den sich Holger Födisch für seine Leistung ins Büro stellen kann: Die Bronze-Skulptur „Die Träumende“ der Bildhauerin Malgorzata Chodakowska ist das hochbegehrte Symbol für den Titel bei Sachsens wichtigstem Unternehmerpreis. Sie ist in der Tat ein Hingucker. Nicht nur wegen des Kleids aus zehn Gramm Blattgold, das die Bronze-Statue der Bildhauerin Malgorzata Chodakowska noch wertvoller macht. Auch die Maße sind stattlich: 1,20 Meter ist die Statue groß – und 40 Kilo schwer. Und sie ist keineswegs ein Wanderpokal: Sie wird jedes Jahr für den neuen Preisträger neu gegossen, der sie dann mitnehmen und behalten darf.

Die Trophäe, betonte Björn Steigert, hätten prinzipiell auch alle anderen Nominierten und Teilnehmer des Wettbewerbs verdient. Schließlich seien sie „Glanzlichter“ der mittelständischen sächsischen Wirtschaft und trügen mit ihren Unternehmen zu einer blühenden Region bei.

Gemeint fühlen durften sich damit auch nicht zuletzt die rund 270 geladenen Gäste der feierlichen Gala – die zudem selbst noch die Aufgabe hatten, mit einem Kreuz auf dem Stimmzettel ein kleines Stück zur Sicherung der glänzenden Zukunft der sächsischen Wirtschaft beizutragen. Seit 2017 wird ein Sonderpreis für die besten Gründer des Freistaates vergeben, maßgeblich unterstützt von der Wirtschaftsförderung Sachsen. Die aus 24 Wettbewerbsteilnehmern übrig gebliebenen vier Finalisten mussten in einem knackigen, exakt dreiminütigen Pitch das Gala-Publikum vom Geschäftsmodell ihres Start-ups überzeugen.

Sonderpreis für die besten Gründer des Freistaates

Am besten meisterten das Christoph Piechnick von Wandelbots, der die Kurzpräsentation ohne seinen Partner Georg Püschel hielt, der im Publikum lauschte. Dabei hatte Moderatorin Franziska Schenk ihre Erfindung noch als „etwas spooky“ – also gespenstisch – bezeichnet: Eine Jacke, mit der sich allein durch Körperbewegungen wie von Geisterhand ein Industrieroboter steuern und programmieren lässt. Warum er das nicht einfach auf der Bühne vorführte? „Dafür hätten drei Minuten nie gereicht“, winkte Piechnick ab – und zeigte die Wunderjacke dann per Video auf der Leinwand. Dafür konnte er live einen Erfolg verkünden: Von VW habe er gerade den Zuschlag erhalten, im Zwickauer Werk die Roboter für die künftige E-Auto-Montage zu programmieren. Das Publikum war auch beeindruckt – und kürte das Start-up zum Sieger.

Inspirierend war indes auch das Drumherum des Abends – angefangen bei der festlich hergerichteten Orangerie der Manufaktur bis hin zu virtuos-verspielter Musikbegleitung durch die Band Trinity of Queens.

Der Wirtschaftspreis „Sachsens Unternehmer des Jahres“ ist eine Initiative von Sächsischer Zeitung, Freier Presse, Leipziger Volkszeitung und MDR sowie von Volkswagen Sachsen, der Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft PwC, der LBBW, und der Gesundheitskasse AOK Plus. www.unternehmerpreis.de

Von Lars Radau und Frank Johannsen

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