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Mitteldeutschland Hotelier aus Dresden bezeichnet Stewardessen als „Saftschubsen“: Ist das erlaubt?
Region Mitteldeutschland Hotelier aus Dresden bezeichnet Stewardessen als „Saftschubsen“: Ist das erlaubt?
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10:19 06.01.2020
Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter von Germanwings hatten zum Jahresende gestreikt – daraufhin bezeichnete der Dresdner Hotelier Johannes Lohmeyer sie als Saftschubsen. Quelle: imago/Raimund Müller
Dresden

Johannes Lohmeyer, früherer FDP-Kreisvorsitzender, Hoteldirektor in Dresden und meinungsstarker Nutzer der Internet-Plattform Facebook, sorgt mal wieder für Furore. Mit dem flapsigen Text: „Ach ja, eh ichs vergesse: Noch vielen Dank an die vereinigten Saftschubsen für die vielen Stornos, die wir durch ihren idiotischen Streik haben“, verabschiedete er das Jahr 2019.

Der Dresdner Hotelier Johannes Lohmeyer (Archiv). Quelle: Hartwig

Starke Kritik an Lohmeyer auf Social Media

Hintergrund: Die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter von Germanwings hatten zum Jahresende gestreikt und so auch die eine oder andere Dresden-Reise verhindert. Jetzt bricht eine Empörungswelle über dem Geschäftsmann zusammen, die sich in zwei Lager teilt: Die einen halten den Begriff „Saftschubsen“ für Stewardessen für eine entsetzliche Entgleisung, die anderen empören sich über die Infragestellung des Streikrechts durch Lohmeyer.

„Bei allem Verständnis für Hoteliers. Aber das ist daneben. Ich hoffe, Sie brauchen niemals Hilfe während eines Fluges. Falls doch, überdenken Sie spätestens dann Ihren überheblichen Post“, schreibt ein Nutzer, andere Kommentare sind weniger sachlich. „Unverschämtheit“, heißt es beispielsweise unter anderem kurz und knapp.

„Kaum hat das neue Jahr begonnen, bin ich endlich auch mal Ziel eines Shitstorms“, schreibt der Hoteldirektor jetzt und spricht von einem „umgangssprachlichen, flapsigen Begriff“, den er verwendet habe. Als er noch gekellert habe, habe er den Begriff „Tellertaxi“ lustig gefunden und selbst verwendet. Die Flugbegleiter und Flugbegleiterinnen in seinem Freundeskreis hätten nichts gegen den Begriff „Saftschubse“ und würden ihn sogar selbst als Berufsbezeichnung in ihren Facebook-Profilen verwenden.

„Ich überlege schon, welche Berufsgruppe ich als nächstes beleidige“

Er respektiere das Streikrecht als Bestandteil der Tarifautonomie, so Lohmeyer. Diese sei von anderer Seite durch den Mindestlohn allerdings genug ausgehöhlt. „Ein Streik sollte aber den Arbeitgeber treffen und nicht das ganze Land lahmlegen. Das ein Streik das trotzdem kann, fällt unter das Streikrecht. Dass ich das falsch finde, fällt unter Meinungsfreiheit.“

Lohmeyer nutzt den Begriff „Schubsen“ jetzt für ironische Einträge bei Facebook und schreibt über „Gewichte schubsen“, wenn er ins Fitnessstudio geht. Oder Rollatorschubsen über einen Spaziergang mit seiner Mutter. Und meint: „Dass ein Shitstorm so viel Spaß machen kann. Ich überlege schon, welche Berufsgruppe ich als nächstes beleidige.“

Von Thomas Baumann-Hartwig

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