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Mitteldeutschland IWH-Chef: „Einige Regionen im Osten werden sterben“
Region Mitteldeutschland IWH-Chef: „Einige Regionen im Osten werden sterben“
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12:05 02.08.2019
Reint E. Gropp, Präsident des IWH. (Archivbild) Quelle: Hendrik Schmidt/dpa
Leipzig

Der Präsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Reint Gropp, fordert erneut eine neue Förderpolitik für Ostdeutschland. Die Politik solle Mittel und Infrastrukturinvestitionen künftig auf die Großstädte und auf die Anbindung des Umlands an die urbanen Zentren konzentrieren, sagte der Ökonom im Interview mit der Wirtschaftswoche.

„Es kann nicht sein, dass die Politik die Region Berlin im Stauchaos versinken lässt, während man irgendwo in der Lausitz eine Autobahnausfahrt für ein paar Hundert Fahrzeuge am Tag baut“, sagte Gropp. Er sprach sich auch gegen eine flächendeckende 5G-Anbindung in Ostdeutschland aus. Die sei auf dem Land zu teuer.

Keine gleichwertigen Lebensverhältnisse

„Wir müssen uns vom Dogma gleichwertiger Lebensverhältnisse verabschieden. Dieses Ziel ist eine gefährliche Illusion und führt dazu, dass wir viel Geld ineffizient ausgeben“, sagte Gropp weiter, der seit November 2014 Präsident des IWH ist, dem einzigen ostdeutschen Wirtschaftsforschungsinstitut. Zuvor arbeitete der Ökonom unter anderem für den Internationalen Währungsfonds und die Europäische Zentralbank.

Angesichts der ungünstigen demografischen Entwicklung in den neuen Ländern befürchtet Gropp die Verödung ganzer Landstriche. Das könne die Politik nicht verhindern. „Einige ländliche Regionen werden wegen der Demografie und ausbleibender Migration sterben.“

Von Andreas Dunte

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