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Mitteldeutschland Immer mehr Sachsen pendeln zur Arbeit in den Westen
Region Mitteldeutschland Immer mehr Sachsen pendeln zur Arbeit in den Westen
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18:22 02.08.2018
Dichter Verkehr schiebt sich im abendlichen Berufsverkehr über den Mittleren Ring in München – darunter auch viele Pendler. Quelle: dpa
Leipzig

Obwohl viele Betriebe in Sachsen händeringend Fachkräfte suchen, gehen immer noch Zehntausende Sachsen in Westdeutschland zur Arbeit. Die Zahl der Auspendler steigt sogar. Im Jahr 2017 pendelten 69  994 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte aus Sachsen zum Arbeiten in die westlichen Bundesländer, knapp 1000 mehr als ein Jahr zuvor. Und 16 700 mehr als im Jahr 1999. Bayern liegt an der Spitze der sächsischen Auspendler (26  686), gefolgt von Nordrhein-Westfalen (12 156). Zum Vergleich: Nach Thüringen fahren 20 879 Sachsen, um einem Job nachzugehen.

„Die hohen Pendlerzahlen nach Westdeutschland sind ein Ausdruck von zu wenig guter Arbeit und niedrigen Löhnen in Sachsen“, kritisiert Sabine Zimmermann. Die Linken-Bundestagsabgeordnete aus Zwickau hat Zahlen der Bundesagentur für Arbeit ausgewertet. Noch immer würde der sächsische Arbeitsmarkt dadurch ganz wesentlich entlastet. Sachsens Regierung sollte sich des Themas endlich annehmen.

Insgesamt sei die Zahl der Auspendler in andere Bundesländer gestiegen, sagt Klaus-Peter Hansen, Chef des Landesarbeitsamtes in Sachsen. 138 800 waren es im vergangenen Jahr, die Hälfte davon ging im Westen einer Arbeit nach. „Es tut mir weh, dass es immer noch deutlich mehr Auspendler aus Sachsen gibt“, meint Hansen und verweist auf den Fachkräftebedarf im Freistaat. Aktuell seien über 40  000 offene Stelle bei den Arbeitsagenturen und Jobcentern gemeldet.

Gleichzeitig, so Hansen weiter, sei auch die Zahl der Einpendler aus anderen Bundesländern nach Sachsen gestiegen. 120 000 Menschen kommen aus dem Ausland und anderen Bundesländern in den Freistaat, davon 23 200 aus dem Westen. Damit verließen zwar immer noch deutlich mehr Sachsen ihre Heimat, um im Westen zu arbeiten, als Westdeutsche zum Arbeiten in den Freistaat kommen. Auffällig sei aber, dass die Einpendlerzahlen wiederholt deutlich kräftiger gestiegen sind als die Auspendlerzahlen. Das ist ein Indiz für die zunehmende Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Sachsen“, sagt Hansen.

Der sächsischen Wirtschaft gehe es gut, bestätigt Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD). „Damit das so bleibt, brauchen wir Fachkräfte und für sie attraktive Arbeitsbedingungen.“ Gute Löhne gehörten dazu, so der Minister. Sachsens Regierung mache sich dafür stark, versicherte er. „Gute Wirtschaft und gute Arbeit sind zwei Seiten ein und derselben Medaille.“

Rund 900 Euro verdient ein Sachse mehr, der in Westdeutschland einem Job nachgeht, hat die Landesarbeitsagentur errechnet. Davon gingen allerdings die Kosten des Pendelns – doppelte Haushaltsführung und Fahrkosten – ab. „Nicht mitgerechnet die verlorene Zeit für Kinder und Familie.“ Die Linken-Politikern Zimmermann sagt: „Allgemein hat der Druck, im Beruf mobil zu sein und weite Wege zum Arbeitsplatz zurück zu legen, in den letzten Jahren unvermindert angehalten. Der Preis der erhöhten Mobilität ist zunehmender Stress, insbesondere bei den Fernpendlern, bis hin zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen.“ Sie fordert die Arbeitgeber auf, Arbeitszeitmodelle zu finden, die den Beschäftigten Flexibilität einräumen und dem Pendelstress entgegen wirken.

Von Andreas Dunte

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