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Mitteldeutschland Juwelendiebstahl in Dresden: Anklage gegen sechs Beschuldigte vor der Jugendkammer
Region Mitteldeutschland

Juwelendiebstahl in Dresden: Anklage gegen sechs Beschuldigte vor der Jugendkammer

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11:48 02.09.2021
Die bei einem Einbruch beschädigte Vitrine im Juwelenzimmer im Historischen Grünen Gewölbe im Dresdner Schloss der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD).
Die bei einem Einbruch beschädigte Vitrine im Juwelenzimmer im Historischen Grünen Gewölbe im Dresdner Schloss der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD). Quelle: Sebastian Kahnert/dpa
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Dresden

Die sechs Männer, die verdächtigt werden, als Haupttäter am spektakulären Juwelendiebstahl aus dem Grünen Gewölbe im November 2019 beteiligt gewesen zu sein, werden jetzt angeklagt. Da zwei der Männer zur Tatzeit noch als Heranwachsende galten, erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage vor der Jugendkammer des Dresdner Landgerichts. Die Hauptvorwürfe: schwerer Bandendiebstahl, Brandstiftung und besonders schwere Brandstiftung.

Die Beute: Über 4.300 Diamanten und Brillantem

Der Tatablauf wird so rekonstruiert: Unmittelbar vor dem Einbruch setzten die Täter einen Stromkasten in Brand, um die Außenbeleuchtung rund um das Grüne Gewölbe auszuschalten. Dann stiegen zwei Männer in den frühen Morgenstunden des 25. Novembers 2019, bewaffnet mit einem Revolver und einer Schnellladewaffe mit Schalldämpfer in die Ausstellungsräume ein und stahlen 21 Schmuckstücke aus dem Sächsischen Staatsschatz.

Der Gesamtversicherungswert der insgesamt über 4.300 Diamanten und Brillanten liegt laut Staatsanwaltschaft bei mindestens 113.800.000 Euro. Im Anschluss flüchteten die Einbrecher in Richtung Berlin und setzen zur Verschleierung einen ihrer Fluchtwagen in einer Dresdner Tiefgarage in Brand. Dabei wurden insgesamt 61 Pkw beschädigt. Der Gesamtsachschaden, eingerechnet der Schäden am Schloss, am Stromkasten und in der Garage liegt bei über einer Millionen Euro.

Zwei Verdächtige verbüßen bereits Haftstrafen

Die sechs Verdächtigen, sie sind 22, 22, 23, 24, 25 und 27 Jahre alt, befinden sich in Haft. Der 23- und der 24-Jährige verbuchen beide derzeit Jugendstrafen, die das Landgericht Berlin verhängt hatte. Sie waren am Diebstahl einer Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum im März 2017 beteiligt. Die restlichen vier sitzen in Untersuchungshaft.

Mehr zum Einbruch ins Grüne Gewölbe

Bislang schweigen die Männer, die als Hauptakteure der spektakulären Tat gelten, die deutsche Staatsbürgerschaft haben und zum arabischstämmigen Remmo-Clan gehören. Bei einer Verurteilung drohen den Männern nach Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht Freiheitsstrafen bis zu zehn oder 15 Jahren. Ein Ermittlungsrichter des Dresdner Amtsgerichts hat am Montag gegen sie einen sogenannten Vermögensarrest in Höhe von 113.800.000 Euro angeordnet. Das bedeutet, die Angeklagten haben keinen Zugriff mehr auf ihren Vermögensbestand – Bargeld, Konten, Immobilien, Fahrzeuge und andere Sachwerte.

Die Ermittlungen zu weiteren Beteiligten und Hintermännern dauern noch an. Auch der Verbleib der wertvollen Kunstschätze ist weiter ungeklärt. Ein Termin zur Hauptverhandlung wird vom Landgericht Dresden bestimmt.

Von fkä