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Mitteldeutschland Kampf gegen Adipositas: Millionen-Förderung für Leipziger Forscher
Region Mitteldeutschland Kampf gegen Adipositas: Millionen-Förderung für Leipziger Forscher
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21:00 14.05.2019
Adipositas zählt zu den gefährlichsten Zivilisationskrankheiten. Quelle: Foto: Jan Woitas
Leipzig

Gute Nachrichten für die renommierte Leipziger Adipositas-Forschung: Das Kompetenzzentrum „Adipositas verstehen“ an der Universität der Messestadt wird ausgebaut, obwohl die Bewerbung um eine Förderung als Exzellenzcluster zuvor gescheitert war. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft von Bund und Ländern versagte der Initiative im vergangenen Herbst die Anerkennung.

Nun aber doch noch die Wende: Der Freistaat Sachsen und die Uni Leipzig bekennen sich zur wichtigen Forschung über die Fettleibigkeit und teilen sich in insgesamt 3,2 Millionen Euro Förderung bis Ende 2020. Ziel ist der Ausbau der Forschungskapazitäten und der internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) erklärte gegenüber der LVZ: „Wir sorgen damit dafür, dass an der Universität Leipzig die für die Bewerbung um ein Exzellenzcluster aufgebaute Kompetenz und das Forschungsprofil erhalten bleiben und gestärkt werden.“ Rektorin Beate Schücking betonte, damit könne die Uni nun ihre Pläne zur erneuten Beteiligung an der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder weiterführen. „Das Zentrum wird bei uns die Zusammenarbeit zwischen den Fakultäten stärken und einen wichtigen Beitrag zu dieser großen gesellschaftlichen Herausforderung leisten“, konstatiert die Professorin.

„Jeder dritte Mensch ist übergewichtig oder fettleibig“

Die Medizinische Fakultät der Leipziger Universität, das Uniklinikum und das Helmholtz-Institut zur gezielten Ernährungsforschung (HI-MAG) seien im Bereich der Adipositas- und Stoffwechselforschung bundesweit mit führend, lobt wiederum Ministerin Stange. Besonders wichtig sei der Leipziger Ansatz, die Einflüsse der Umwelt und Lebensführung mit einzubeziehen.

„Weltweit gesehen ist jeder dritte Mensch übergewichtig oder fettleibig“, ergänzte der Dekan der Medizinischen Fakultät, Professor Christoph Josten. Darunter leide nicht nur die Lebensqualität, auch mit Folgeerkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs sei zu rechnen. „Wir suchen hier in Leipzig als Zentrum der Adipositas-Forschung interdisziplinär nach Ursachen, Präventions- und Therapieansätzen der Volkskrankheit.“ Dazu brauche es eine enge Verzahnung von biomedizinischer und sozialwissenschaftlicher Forschung.

Ursachen für Adipositas vielfältig

In Leipzig forschen neben Medizinern auch Sozial-, Kultur- und Erziehungswissenschaftler sowie Psychologen über die Ursachen und Hintergründe von Adipositas, weil man davon ausgeht, dass zivilisatorische Einflüsse aus Lebensstil, Umwelt oder auch Nahrungsmittelqualität eine große Rolle spielen. Im Gesamtpaket sollen dann sowohl Prävention einerseits, als auch ein dauerhafter Erfolg der Behandlung andererseits ermöglicht werden.

Derzeit sind im Kompetenzzentrum Adipositas 60 verantwortliche Wissenschaftler eingebunden. Mit der geplanten Förderung sollen es dann künftig sogar 95 werden.

Von 88 bundesweit eingereichten Forschungsprojekten, die 2019 bis 2025 an Hochschulen gefördert werden, erhielten im Herbst vergangenen Jahres 57 den Zuschlag. In Sachsen waren das ausschließlich Projekte der Technischen Universität Dresden. Eine erneute Beantragung ist frühestens 2025 möglich.

Von Roland Herold

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