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Mitteldeutschland Kein Regen in Sicht - Niedrigwasser und Brandgefahr
Region Mitteldeutschland Kein Regen in Sicht - Niedrigwasser und Brandgefahr
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22:08 04.07.2018
In weiten Teilen Sachsens gilt die höchste Waldbrandgefahrenstufe. Quelle: dpa
Dresden - 

Die anhaltende Trockenheit lässt Sachsens Flüsse schrumpfen, Wälder und Felder schnell entflammen. Bereits die Hälfte der Fliessgewässer hat zu wenig Wasser. „Nennenswerter Regen ist nicht in Sicht, die Situation wird sich weiter verschärfen“, sagte eine Sprecherin des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) in Dresden am Mittwoch. Die Binnenschifffahrt auf der Elbe ist seit Wochen eingeschränkt, die Bauern fürchten um ihre Erträge.

Die Sächsische Dampfschiffahrt reagiert täglich auf die Situation in der Elbe. Sinkt der Pegelstand, gehen weniger Passagiere an Bord oder es werden zwei Schiffe für eine Tour eingesetzt, wie ein Unternehmenssprecher unter Verweis auf die derzeitige Hochsaison sagte. Am Nachmittag wurden am Pegel Dresden nur 68 Zentimeter gemessen, normal sind zwei Meter. Zuweilen sorgt eine Welle kurz für Entspannung, wenn für ein Transportschiff Wasser aus den Reservoiren in Tschechien abgelassen wird. „Aber die Reserven dort sind erschöpft.“

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Höchste Waldbrandstufe

Mittlerweile gilt für den gesamten Norden des Freistaates die höchste Waldbrandwarnstufe 5. Der Landkreis Nordsachsen sowie große Teile der Landkreise Meißen, Bautzen, Görlitz und die Landeshauptstadt sind auf der Übersichtskarte lila, der Rest des Landes mit Ausnahme von Erzgebirge und Vogtland rot für eine hohe Gefahr. „Es gibt immer wieder kleine Brände, ausgelöst durch Müll und Glas, Zigarettenkippen oder offenes Feuer“, sagte eine Sprecherin vom Sachsenforst.

Durch Fremdverschulden oder Erntetechnik entflammen ebenso Felder, die Bauern hoffen auch mit Blick auf die Erträge dringend auf Regen. Die Trockenheit habe bereits dramatische Auswirkungen, der Raps etwa nur kleine Körner, schilderte Andreas Jahnel vom Landesbauernverband. Die Ernte von Wintergetreide beginne zehn bis zwölf Tage früher, das sei extrem. Ertragsverluste werden auch für Mais und Rüben erwartet - mit Folgen für die Tierversorgung.

Höchsttemperaturen des Tages

Höchsttemperaturen vom 4. Juli 2018 in Sachsens Städten und auf dem Fichtelberg

Leipzig-Halle – 32,4 Grad

Leipzig-Holzhausen – 32,3 Grad

Dresden-Strehlen – 32,3 Grad

Chemnitz – 29,9 Grad

Fichtelberg – 22,5 Grad

Quelle: Deutscher Wetterdienst

Starkregen im Bergland möglich

Nach Angaben der Meteorologen kommt am Donnerstag von Südwesten her feuchtere Luft heran und die Gewitterwahrscheinlichkeit nimmt zu - aber nur im Bergland. „Im südlichen Erzgebirge und im Vogtland ist Starkregen möglich“, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes. Größerer Niederschlag sei aber nicht absehbar, auch wenn Anfang nächster Woche feuchtere Luft von der Nordsee komme. „Ein Ende der Trockenheit ist derzeit noch nicht in Sicht.“

Von LVZ