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Mitteldeutschland Kita-Schlichter Milbradt: „Ein hartes Stück Arbeit“
Region Mitteldeutschland Kita-Schlichter Milbradt: „Ein hartes Stück Arbeit“
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10:55 06.06.2015
Sachsens früherer Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) im Kita-Streik Schlichter für die Arbeitgeber.
Sachsens früherer Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) im Kita-Streik Schlichter für die Arbeitgeber. Quelle: dpa
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Leipzig

Herr Milbradt, Sie schlichten im festgefahrenen Kita-Tarifstreit für die Arbeitgeber, während Hannovers früherer Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg die Gewerkschaften vertritt. Sie sind Schmalstiegs Wunschpartner – verwundert Sie das?

Nein. Wie Sie wissen, haben wir bereits im öffentlichen Dienst 2010 erfolgreich geschlichtet. Ich schätze Herbert Schmalstieg sehr. Wir sind ein eingespieltes und zielorientiertes Tandem. Und wir werden auch im aktuellen Streit Erfolg haben. Da bin ich mir sicher, sonst hätte ich das Mandat nicht angetreten. Wiewohl ich betonen muss, dass ein hartes Stück Arbeit auf uns zukommt. Der Forderungskatalog der Gewerkschaften hat es in sich, sonst hätte sich die Situation nicht so verhärtet. Näher kann ich aber auf inhaltliche Fragen nicht eingehen, dafür ist die Schlichtung da. Mit ersten Verhandlungen werden wir sicher schon in der nächsten Woche beginnen, um schnell eine Lösung präsentieren zu können.

Welche Eigenschaften sollte ein Schlichter mitbringen?

Vor allem muss er zuhören können, die Interessen der einzelnen Parteien genau kennen und ein erhebliches Durchhaltevermögen besitzen. Insbesondere auch, was die physische und psychische Verfassung angeht, denn in der Regel sind Schlichtungen eine langwierige Angelegenheit. Manche Gesprächsrunden gehen bis tief in die Nacht, da kann man nicht einfach sagen, jetzt ist aber Schluss, ich schaff das nicht mehr.

Mit 70 sind andere im Ruhestand. Wie sieht Ihr Alltag aus?

Nun, mein Terminkalender ist voll, zu meiner Freude sogar überaus voll. Neben meiner Professur an der Technischen Universität Dresden bin ich viel als Berater im In- und Ausland unterwegs unter anderem als Chef einer kanadischen Organisation. Außerdem bin ich der katholische Vertreter in der Atomendlager-Kommission, die bis 2016 Vorschläge für ein Standort-Auswahlverfahren machen soll.

Interview: Andreas Dunte