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Mitteldeutschland Klimakonferenz der sächsischen Schüler in Leipzig gestartet
Region Mitteldeutschland Klimakonferenz der sächsischen Schüler in Leipzig gestartet
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18:53 22.06.2019
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) war auf der Klimakonferenz der sächsischen Schüler zu Gast. Quelle: Matthias Puppe
Leipzig

Die erste Klimakonferenz der sächsischen Schüler hat am Samstagvormittag in Leipzig aufgrund des großen Zulaufs leicht verspätet begonnen. Auf dem Gelände der Sportwissenschaftlichen Fakultät der Uni Leipzig versammelten sich hunderte Kinder und Jugendliche, um mit Wissenschaftlern, Umweltinitiativen und hochrangigen sächsischen Politikern über Lösungen aus der Klimakrise zu diskutieren.

Organisiert wurde die Veranstaltung vom Landesschülerrat (LSR) und der Sächsischen Staatsregierung. Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) kam persönlich vorbei, um mit den Schülern zu sprechen und auf ihre Forderungen zu einzugehen.

„Schüler sollen nicht nur politisch sein, sie müssen es sogar“ sagte LSR-Sprecher Noah Wehn bei der Auftaktveranstaltung der Konferenz im großen Hörsaal auf dem Campus Jahnallee. Wenn nicht die Schüler ihrer Probleme ansprächen, wer solle es dann tun. „Es ist ein starkes Zeichen, dass heute so viele von Euch gekommen sind“, so Wehn weiter.

Sächsische Schüler diskutieren am Sonnabend in Leipzig, welche Strategien dabei helfen, dem Klimawandel entgegen zu treten.

CDU-Minister mit Begrüßungsworten

Sachsens Umweltminister Thomas Schmidt (CDU) erklärte bei seiner Begrüßung: „Dieser Austausch ist sehr wichtig, denn auch ich weiß nicht alles.“ Deutschland werde die Klimaziele 2020 zwar nicht erreichen. „Wir in Sachsen haben seit 1990 aber bereits 53 Prozent des CO2-Ausstoßes reduziert“, so Schmidt in Richtung der Schüler. Laut Bildungsminister Christian Piwarz (CDU) seien Schulen dafür verantwortlich, dass junge Menschen das Diskutieren lernen. Deshalb sei auch die Klimakonferenz nur zu unterstützen.

Beate Schücking, Rektorin der Uni Leipzig und Gastgeberin auf dem Campus Jahnallee, freute sich vor allem über den hohen Anteil an Mädchen unter den angereisten Schülern. „Ich rufe alle Frauen auf, sich zu engagieren – vielleicht ja auch als Studierende an der Universität Leipzig.

Schüler diskutieren zu fünf Themenfeldern

Im Anschluss an die Auftaktveranstaltung bildeten die Schüler fünf Diskussionsgruppen, unter anderem zur Mobilität in der Zukunft, zur anstehende Energiewende und über klimabewusstes Konsumieren. Am Nachmittag sollen die Ergebnisse der Diskurse mit Sachsens Ministerpräsident Kretschmer diskutiert werden.

Richard (13 Jahre) aus Leipzig und Kolya (13 Jahre) aus Dresden waren gekommen, um über Artenvielfalt zu diskutieren. Quelle: Matthias Puppe

Gregor, 14 Jahre alt aus Leipzig, war gekommen, um sich für klimafreundlichen Verkehr zu engagieren. Lina, 15 Jahre, ebenfalls aus der Messestadt, forderte eine CO2-Steuer und wollte am Samstag darüber sprechen, wie das eingenommene Geld sinnvoll für den Klimaschutz ausgegeben werden kann. Malte, 18 Jahre, war aus Dresden angereist, um über die Reduzierung des LKW-Verkehrs auf Sachsens Straßen und Autobahnen zu sprechen. „Wir müssen die Möglichkeiten auf der Schiene ausbauen“, sagte er. Kolya, (13 Jahre) aus Dresden und Richard (13 Jahre) aus Leipzig setzten sich für die Artenvielfalt ein und sehen diese vor allem durch die wachsenen Verkehrsströme gefährdet.

Kritik von Fridays for Future“, Grünen und SPD

Die Zusammenarbeit von Schülervertretern und der CDU geführten Landesregierung hatte im Vorfeld für heftige Kritik gesorgt. Die Klimabewegung „Fridays for Future“ (F4F), für die am Freitag in Aachen mehrere Zehntausend Menschen auf die Straße gegangen waren, forderte in einer Stellungnahme „Handeln statt Reden“ ein und rief Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) dazu auf, sich endlich zu den sechs Kernforderungen der Bewegung zu positionieren.

Politiker der sächsischen Grünen schlossen sich der Statement von F4F demonstrativ an. „Ihr Forderungskatalog ist konsequent von den Mahnungen abgeleitet, die seit Jahren aus der Wissenschaft ertönen. Unzählige Studien und Klimaschutzszenarien, unzählige Innovationen und Lösungen sind längst verfügbar“, sagte Grünen-Landespolitiker Gerd Lippold, der selbst an der Klimakonferenz in Leipzig teilnehmen wollte.

Die SPD in Person von Wirtschaftsminister Martin Dulig warf der CDU vor, im Freistaat weiter klimapolitische Fortschritte zu verhindern. „Leider sind wir in Sachsen noch keinen Schritt vorangekommen. Die Eckpunkte eines Entwurfs meines Ministeriums für die Fortschreibung liegen auf dem Tisch. Allerdings lehnte die CDU diese bislang als zu weitgehend ab“, so Dulig in einer Stellungnahme.

Im Vorfeld der Veranstaltung hatte eine Schülerin versucht, die Teilnahme des Landesschülerrates am Diskurs zu verhindern. Ihr Argument: Der LSR sei nicht befugt, sich für Klimapolitik zu engagieren. Der Eilantrag beim Dresdner Landgericht, eingereicht von einem AfD-Landespolitiker, wurde allerdings abgelehnt.

Von Matthias Puppe

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