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Mitteldeutschland Klimaschützer blockieren Tagebau in Schleenhain
Region Mitteldeutschland Klimaschützer blockieren Tagebau in Schleenhain
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14:53 30.11.2019
Proteste gegen den Kohleabbau in Schleenhain. Quelle: Nicole Grziwa
Neukieritzsch

Tausende Kohle-Gegner sind am Sonnabend in Tagebaue in der Lausitz und im Leipziger Revier eingedrungen. Die Protestierer rannten auf die Gelände der Brandenburger Tagebaue Jänschwalde, Welzow-Süd und Vereinigtes Schleenhain bei Neukieritzsch im Süden von Leipzig, wie das Bündnis „Ende Gelände“ und das Energieunternehmen Leag übereinstimmend mitteilten.

Liveblog zum Nachlesen

  • 30.11.19 10:16
    Wir beenden an dieser Stelle den Morgenticker von den Protesten im Leipziger Revier!
  • 30.11.19 10:15
    Sonst ist die Lage unverändert: Kohlegegner blockieren den Bagger im Tagebau Vereinigtes Schleenhain. Das kann jetzt noch stundenlang so weitergehen.
  • 30.11.19 10:14
    Es sind jetzt noch weitere 400 Teilnehmer in Neukieritzsch eingetroffen.
  • 30.11.19 09:57
  • 30.11.19 09:43
    Die Beamten halten sich zurück und sichern den Bagger. Voraussichtlich wollen die Umweltschützer bis zum Abend aushalten. Wie es dann weitergeht ist noch völlig offen.

  • 30.11.19 09:42
    Die Atmosphäre hat sich sichtlich entspannt. Klimaaktivisten füttern sogar Polizeipferede mit Äpfeln und Möhren.

  • 30.11.19 09:33
    Picknick mit Bagger.
  • 30.11.19 09:32
    Sie wollen so lange wie möglich ausharren und den Bagger blockieren. Das Großgerät ist abgeschaltet.
  • 30.11.19 09:31
    Im Tagebau Schleenhain passiert im Augenblick wenig. Die Demonstranten haben sich zu einem Picknick platziert und Essen Äpfel oder Nudelsalat.

  • 30.11.19 09:26
    "Entschlossen fordern wir den sofortigen Kohleausstieg. Wir befinden uns an einem kritischen Punkt – das Zeitfenster, um die Klimakrise zu stoppen, schließt sich rapide. Doch wir haben noch Hoffnung: Heute nehmen wir den Kohleausstieg selbst in die Hand und stellen uns mit unseren Körpern der Zerstörung in den Weg“, so Johnny Parks, Pressesprecher von Ende Gelände.
  • 30.11.19 09:26
    Laut "Ende Gelände" sind die Aktionsgruppen in Neukieritzsch und Jänschwalde am Morgen in Dresden, Leipzig und Berlin gestartet.
  • 30.11.19 09:22
  • 30.11.19 09:20
    Nach Angaben der Leag waren Aktivisten des Bündnisses „Ende Gelände“ in die Tagebaue Jänschwalde und Welzow-Süd eingedrungen.
  • 30.11.19 09:20
    Davon hänge die Fernwärmeversorgung der Städte Cottbus und Peitz ab.
  • 30.11.19 09:20
    Hunderte Aktivisten hatten am Samstagmorgen die Gleise der Kohle-Bahn besetzt, über die das Kraftwerk mit Nachschub versorgt wird. Es gehe jetzt darum, mit der Kohle, die im Kraftwerk lagert, zu haushalten, sagte Leag-Sprecher Thoralf Schirmer.
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In Jänschwalde kam es zu Rangeleien zwischen Polizei und Aktivisten. Dabei seien drei Beamte leicht verletzt worden, sagte Brandenburgs Polizeisprecher Torsten Herbst. Im Südraum Leipzig hätten die Protestierer gewaltsam und mit Schlägen und Tritten Polizeiketten durchbrochen. Untergehakt überliefen die Teilnehmer die Absperrungen der Polizei einfach.

„Eine Friedlichkeit können wir nicht bestätigen“, sagte Polizeisprecher Andreas Loepki zu Äußerungen von „Ende Gelände“ vorab, dass es keine Aktionen gegen Menschen geben werde. Auch eine Teilnehmerin berichtete von einem Übergriff. „Ich wurde an den Haaren gezogen, ins Gesicht geschlagen und geschubst“, sagte eine junge Frau, die sich Frieda Bergmann nennt. Bündnis-Sprecherin Reisch sagte dagegen, dass die Polizei durchaus grob gegen die Demonstranten vorgehe. „Es sind zum Beispiel Leute aus einer Blockade rausgezogen worden, die einfach nur da saßen.“ Später entspannte sich die Lage und Demonstranten fütterten sogar Polizeipferde mit Äpfel und Möhren.

Mehr als tausend Aktivisten fordern im Leipziger Revier das Ende der Kohleförderung.

Dennoch: Die Leipziger Polizei bereitet derzeit eine Identitätsfeststellung von mehr als 1000 Personen im Tagebau Vereinigtes Schleenhain vor. Am Morgen waren sie in den Tagebau eingedrungen. Die Einsatzkräfte rannten ihnen nicht hinterher - auch um sich selbst nicht den Gefahren im Tagebau auszusetzen, wie Polizeisprecher Andreas Loepki sagte.Die Demonstranten hätten ein bergbaurechtlich gesicherten Gelände betreten und sich über eine Allgemeinverfügung hinweggesetzt.

Am Freitag hatte die Ordnungsbehörde die Demonstration untersagt. Dieser Bescheid wurde später auch vom Verwaltungsgericht in Leipzig bestätigt. Der Tagebaubetreiber Mibrag erstattete Anzeige wegen Hausfriedensbruchs.Die Teilnehmer beriefen sich am Sonnabend dennoch auf das Grundrecht der Versammlungsfreiheit. Wie die Personalien von so vielen Personen aufgenommen werden sollen, ist noch unklar. „Es bedarf einiger organisatorischer Maßnahmen“, so Loepki.

Klebstoff auf Fingerkuppen

Die Umweltschützer rechnen offenbar bereits mit einem derartigen Vorgehen der Beamten und haben teilweise Klebstoff und andere Substanzen auf die Fingerkuppen gestrichen, um Fingerabdrücke zu erschweren, sagten sie gegenüber einer LVZ-Reporterin. Nach wie vor solle es weiter friedlich bleiben.

Die Proteste richteten sich gegen die Klimapolitik der Bundesregierung. Die Aktivisten fordern einen sofortigen Kohleausstieg. Ziel der Bundesregierung ist ein Kohleausstieg bis 2038.

Kohle-Bahn blockiert

„Ende Gelände“ sprach von etwa 1000 Menschen im Tagebau Vereinigtes Schleenhain südlich von Leipzig. Je 500 drangen zudem in die Brandenburger Tagebaue Jänschwalde und Welzow-Süd ein. Die Polizei sprach jeweils von mehreren Hundert Menschen. Auch die Kohle-Bahn zum Kraftwerk Jänschwalde wurde blockiert. Das Kraftwerk sicherte die Polizei mit einem Großaufgebot ab.

Kraftwerke Jänschwalde im Notbetrieb

Das Energieunternehmen Leag fuhr das Kraftwerk Jänschwalde wegen der Blockaden auf ein Minimum herunter. Durch die Besetzung der Gleise werde der Kohle-Nachschub unterbrochen, erläuterte Leag-Sprecher Thoralf Schirmer. Es gehe darum, mit der Kohle, die im Kraftwerk lagert, zu haushalten. Davon hänge die Fernwärmeversorgung der Städte Cottbus und Peitz ab.

In Jänschwalde hielten am Morgen Kohle-Kumpel eine Mahnwache ab, um für den Erhalt der Tagebaue zu werben. „Wir lassen die Lausitz nicht ausradieren“, stand auf einem Transparent der Bergleute.

Wie es in den Tagebauen weiter gehen sollte, war am Vormittag zunächst offen. Die Polizei werde sich selbst nicht in Gefahr bringen, sagte Sprecher Loepki in Leipzig. Deswegen seien die Beamten den Aktivisten auch nicht hinterher gerannt, als sie auf das Tagebaugelände stürmten.

Von Nicole Grziwa/Matthias Roth/Birgit Zimmermann

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