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Mitteldeutschland Kommt die A143? Bundesverwaltungsgericht verhandelt letzte Klage in Leipzig
Region Mitteldeutschland Kommt die A143? Bundesverwaltungsgericht verhandelt letzte Klage in Leipzig
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13:25 28.05.2019
Bundesverwaltungsgericht in Leipzig. Quelle: Andre Kempner
Leipzig/Halle

Eigentlich soll noch in diesem Jahr der Bau der Autobahn 143 bei Halle beginnen. Doch ob das klappt, entscheidet sich zunächst in Leipzig: Der jahrelange Streit um die Westumfahrung Halle beschäftigt bereits zum zweiten Mal das Bundesverwaltungsgericht. Die obersten Richter verhandelten am Dienstag mit den Planern und Gegnern des Projekts Details des Vorhabens.

Orchideen und Schmetterlinge gefährdet

Dabei ging es unter anderem um die Frage, ob der Verkehr an der künftigen Trasse dazu führt, dass Lebensräume für seltene Orchideen, Schmetterlinge und andere Arten in unzulässiger Weise in Mitleidenschaft gezogen werden. Wann eine Entscheidung fällt, war zunächst offen. Die Richter wollten jedoch alle Aspekte am Dienstag verhandeln und keinen weiteren Termin ansetzen.

Bauvorbereitungen laufen schon

Das knapp 13 Kilometer lange Stück soll die Autobahnen 14 und 38 miteinander verbinden und Halle von Durchgangsverkehr, Staus und schlechter Luft entlasten. Vertreter der Wirtschaft sehnen den Bau als wichtige Verbindung genauso herbei wie Verkehrsminister Thomas Webel (CDU). Die Vorbereitungen für den Bau laufen bereits. Gibt es keine weiteren Verzögerungen, könnte die Strecke nach Angaben des Verkehrsministeriums in fünf bis sechs Jahren fertig sein. Sie soll mindestens 350 Millionen Euro kosten.

Trasse durch Naturschutzgebiet

Die Autobahn führt allerdings mitten durch ein Naturschutzgebiet. Die Gegner des Projekts sehen deshalb nicht nur wertvolle Lebensräume in Gefahr. So ist etwa aus Sicht der Bürgerinitiative Saaletal der Bau neuer Autobahnen angesichts der Klimaschutzdebatte von vornherein überflüssig. Der Verein sammelte zuletzt 800 Unterschriften und zahlreiche Spenden, um den Gerichtsprozess in Leipzig zu unterstützen. Dort klagt offiziell ein Unternehmen aus dem Saalekreis, dem mehrere Grundstücke gehören, die für den Trassenbau gebraucht werden. Das Unternehmen machte sich auch die Argumente der Naturschützer zu eigen und wird von ihnen unterstützt.

Noch eine Klage anhängig

Die Leipziger Richter hatten sich schon einmal vor mehr als zehn Jahren mit dem Bauprojekt beschäftigt und Nachbesserungen beim Naturschutz verlangt. Seit vorigem Jahr liegen die neuen Planungen vor und füllen 56 Aktenordner. Jetzt verhandeln die Leipziger Richter die letzte verbliebene Klage gegen das Projekt.

Von LVZ