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Mitteldeutschland Konsum Leipzig vermeldet Rekord-Umsatz
Region Mitteldeutschland Konsum Leipzig vermeldet Rekord-Umsatz
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15:02 13.06.2019
Zufriedene Gesichter beim Konsum Leipzig: Aufsichtsratsvorsitzender Horst Poldrack, Vorstand Michael Faupel und Vorstandssprecher Dirk Thärichen (von links) bei der Präsentation der aktuellen Geschäftsbilanz. Quelle: Christian Modla
Leipzig

Die Konsum Leipzig eG ist in die Liga der am stärksten wachsenden Unternehmen des deutschen Lebensmittel-Einzelhandels aufgestiegen. 2018 wurde ein Umsatzwachstum von 7,0 Prozent erzielt; in diesem Jahr waren es bis April sogar 7,7 Prozent, teilte der Vorstand am Donnerstag bei der Vorstellung der Unternehmensbilanz mit. Das Betriebsergebnis schloss allerdings mit einem Minus von 605 000 Euro ab. 2017 stand dort ein Plus von 185 000 Euro.

„Das Minus ist gewollt“

„Dieses Minus ist gewollt“, betonte Vorstandssprecher Dirk Thärichen. „Denn wir haben mehr investiert in Personal und Kühltechnik.“ Die Mitarbeiter hätten eine neue Arbeits- und Entgeltordnung bekommen, die neben Urlaubs- und Weihnachtsgeld unter anderem eine variable Sonderzahlung von 960 Euro je Beschäftigtem beim Erreichen der Unternehmensziele vorsieht. Insgesamt seien die Personalkosten dadurch um 1,4 Millionen Euro gestiegen.

Eine Rolle gespielt hat dabei aber auch der zunehmende Wettbewerb um Fahrkräfte – vor allem für Unternehmen, die wie der Konsum expandieren wollen. „Wir wollen jedes Jahr netto um zwei Filialen wachsen“, bekräftigte Konsum-Vorstand Michael Faupel. Oberste Prämisse sei aber weiterhin die Rentabilität der Filialen. Ziel sei, die Zahl der Supermärkte von aktuell 60 auf 70 im Jahr 2023 zu erhöhen.

Rückkehr an die Saale

Im vergangenen Jahr hat sich der Konsum von insgesamt sieben Filialen getrennt. Geschlossen wurden Läden in Rackwitz, Altenburg und Krostitz sowie vier Filialen in Leipzig. In diesem Jahr soll im Oktober ein neuer Supermarkt in der Rosa-Luxemburg-Straße eröffnet werden; auch in Halle ist in der Großen Steinstraße eine Neueröffnung geplant. Damit kehrt der Konsum nach mehr als 20 Jahren zurück an die Saale. „Wir haben schon ein weiteres Objekt unter Vertrag“, sagte Faupel. Strategisches Ziel sei, in Halle und Chemnitz perspektivisch insgesamt etwa zehn Filialen zu betreiben.

Im vergangenen Jahr ist es der Genossenschaft gelungen, die Gesamtzahl der Kunden-Einkäufe um 4,2 Prozent auf 14,3 Millionen Euro zu steigern. Die Kunden gaben dabei im Durchschnitt pro Einkauf 8,77 Euro aus, was einem Zuwachs von drei Prozent zum Vorjahr entspricht. Die Kunden würden die Läden häufiger aufsuchen, vor allem weil der Konsum die Preise leicht gesenkt habe. „Das Wachstum der Vorjahre setzt sich fort und beschleunigt sich sogar“, erklärte Thärichen. „Wir konnten den Rekordumsatz des vergangenen Jahres noch einmal übertreffen.“

Erbpachtvertrag für Konsumzentrale

Neu ist auch, dass der Konsum seine große Zentrale in der Industriestraße stärker vermarkten und diese Einnahmen für Investitionen verwenden will. Dafür wurde mit einem Immobilienentwickler ein Erbpachtvertrag abgeschlossen. Er sieht vor, dort unter anderem die Lager zu erweitern und eine Art Geschäftszentrum mit Büros entstehen zu lassen. Die Umbauarbeiten sollen im nächsten Jahr beginnen.

Die sogenannte Rückvergütung – also eine Teilrückerstattung der getätigten Einkäufe – wurde für die Genossenschaftsmitglieder im 135. Konsum-Jahr um mehr als 50 Prozent auf jetzt 3,135 Prozent angehoben. Gleichzeitig wurde die Dividende auf gezeichnete Anteile um einen Prozentpunkt auf jetzt zwei Prozent absenkt. „Damit liegen wir noch immer deutlich über dem marktüblichen Zins“, betonte Thärichen.

Absage an das Containern

Gleichzeitig wurde betont, dass der Konsum an seiner Zusammenarbeit mit der Leipziger Tafel festhalten will. Seit Beginn der Kooperation vor drei Jahren seien etwa 10 000 Kisten mit Lebensmitteln von der Tafel abgeholt und an Bedürftige verteilt. „Die Tafel leistet einen elementaren Beitrag zur Versorgung Bedürftiger und arbeitet höchst professionell“, so Thärichen.

Das sogenannte Containern (Bedürftige holen sich Lebensmittel aus Müllcontainern der Supermärkte) sieht das Unternehmen dagegen kritisch. In Bremen hat ein Kaufhaus das Containern gerade erlaubt. „Die hygienischen Bedingungen beim Containern sind katastrophal“, so Thärichen. „Das sieht bei der Leipziger Tafel ganz anders aus. Hier ist eine ununterbrochene Kühlkette gewährleistet, und der Verein prüft die Lebensmittel vor der Abgabe. Vor allem erfolgt die Verteilung nach dem Grundsatz der Bedürftigkeit.“

Auch Faupel erteilte dem Containern eine Absage. „Wir finden es nicht gut, wenn Menschen in Mülltonnen wühlen oder gar hineinkriechen müssen“, sagte er. „Da muss es bessere Konzepte geben.“

Von Andreas Tappert

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