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Mitteldeutschland Kosmos Chemnitz: „Wir wollen das, was mit der Stadt passiert ist, aufarbeiten“
Region Mitteldeutschland Kosmos Chemnitz: „Wir wollen das, was mit der Stadt passiert ist, aufarbeiten“
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15:25 04.07.2019
Sören Uhle, Cheforganisator von „Kosmos Chemnitz“. Quelle: dpa
Chemnitz

Zehntausende Menschen werden am Donnerstagnachmittag in der Chemnitzer Innenstadt zum Festival „Kosmos Chemnitz – #wirbleibenmehr“ erwartet. Die LVZ sprach mit Cheforganisator Sören Uhle, Geschäftsführer der Chemnitzer Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungs GmbH (CWE).

Herr Uhle, in wenigen Minuten beginnen die Konzerte beim Festival „Kosmos Chemnitz“ in der Chemnitzer Innenstadt. Wie läuft’s bisher?

Sören Uhle: Hervorragend. Ähnlich wie es am 3. September 2018 bei „#wirsindmehr“ war, steigert es sich langsam aber sicher mit jeder Band, die dann auf die Bühnen tritt. Es ist natürlich eine Herausforderung, an einem Donnerstagnachmittag ein Festival in einer Stadt zu veranstalten. Aber das Wetter spielt mit und wir haben jetzt unter anderem schon viele Schulklassen, die sich in der letzten Woche vor den Ferien darüber freuen, welche außergewöhnlichen Bildungsangebote es bei uns gibt. Im Gegensatz zum Bild, was manch einer vielleicht sonst von Chemnitz hat, sind alle Generationen auf dem Gelände, die Stimmung ist ausgelassen und positiv.

Mit wie vielen Zuschauern rechnen Sie?

Wir planen mit 25.000 Menschen. Es gibt natürlich auch andere Erwartungen, aber wir Chemnitzer sind bodenständig und zurückhaltend – lassen uns dann gern von mehr überraschen. Am Ende ist die genaue Zahl aber auch nicht so wichtig. Ich würde mich sehr freuen, wenn wir am Abend die Brückenstraße wieder voller Menschen haben, die sich erneut in Chemnitz gegen Rassismus und Menschenfeindlichkeit einsetzen. Dieses Bild in die Welt zu senden, wäre toll.

Auch diskutiert wird am Donnerstag in Chemnitz, hier beim Forum "#BewegtWas! - Ohnmacht umdenken". Quelle: Matthias Puppe

Das Rahmenprogramm abseits der Konzerte und DJ-Sets ist überaus vielseitig. Was war die Idee dahinter?

Es gibt Lesungen, Workshops, Ausstellungen, Diskussionen – zu vielen Themen. Wir wollen auch das, was unter anderem im August 2018 mit der Stadt passiert ist, aufarbeiten. Dazu braucht es eben auch mehr als nur Musik. Die Künstler ziehen natürlich das Publikum, aber wir wollen dazu auch noch Inhalte liefern. Wichtig ist dabei auch, mit Gewohnheiten zu brechen, auch mal etwas anders zu sehen. Das verbindende Element zwischen Inhalten und Musik ist, dass wir alle für Grundrechte und Demokratie einstehen. Bei „Kosmos Chemnitz“ geht es nicht ums Feiern nur um des Feierns willen, sondern um Inhalte zu diskutieren und sich anschließend bei der Musik dann locker zu machen.  

Von Matthias Puppe

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