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Mitteldeutschland Kraftwerk Lippendorf bei Leipzig ist der siebtgrößte CO2-Ausstoßer in der EU
Region Mitteldeutschland Kraftwerk Lippendorf bei Leipzig ist der siebtgrößte CO2-Ausstoßer in der EU
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17:24 05.04.2019
Insgesamt 11,7 Millionen Tonnen CO2 hat das Kraftwerk Lippendorf im vergangenem Jahr ausgestoßen – das ist der siebthöchste Wert EU-weit. Quelle: Jens Paul Taubert
Leipzig

Kohle-Kompromiss, auslaufende Lieferverträge, Kritik von Umweltschützern – die Zukunft des Kraftwerks Lippendorf ist ungewiss. Übernimmt die Bundesregierung das von der Kohle-Kommission Anfang des Jahres ausgearbeitete Papier, wird wohl spätestens Ende 2038 Schluss sein mit dem Kraftwerk.

Noch läuft die Anlage allerdings – und das anscheinend mit hoher Auslastung. Neue Zahlen der EU-Kommission zeigen nun, dass Lippendorf im Jahr 2018 der siebtgrößte Emittent von Treibhausgasen in der Gemeinschaft war. Ausgestoßen wurden demnach 11,7 Millionen Tonnen CO2. Das war den Zahlen zufolge sogar noch etwas mehr als im Jahr zuvor.

Insgesamt zeigen die Zahlen den großen Anteil deutscher Kohlekraftwerke am Ausstoß von Treibhausgasen: Sieben von zehn der größten CO2-Emittenten in der EU waren demnach deutsche Kraftwerke. Das Kraftwerk Neurath in Nordrhein-Westfalen hatte sogar einen Ausstoß von 32,2 Millionen Tonnen. Den traurigen Rekord hält allerdings das polnische Kraftwerk Belchatow. Auf Platz zehn der Statistik liegt neuerdings die Fluglinie Ryanair.

LEAG will an Lippendorf festhalten

Drei der aufgeführten deutschen Kraftwerke werden von RWE betrieben, vier von der Lausitzer Energie Kraftwerke AG (LEAG) – darunter auch das in Lippendorf.

Auf Nachfrage hieß es von der LEAG, das die höheren CO2-Emissionen des Kraftwerks Lippendorf auf die erhöhte Stromproduktion zurückzuführen sind. „Diese resultiert neben einer erhöhten Nachfrage auch aus geringeren Stillstandszeiten aufgrund von Revisionen“, so eine Sprecherin. Im Jahr zuvor seien zwei Blöcke zeitweise außer Betrieb gewesen. Allerdings kritisieren Umweltverbände schon länger, dass ein Teil des in Lippendorf erzeugten Stroms exportiert wird und das Kraftwerk eigentlich eine zu hohe Stromproduktion hat, um die

Protest von Umweltschützern

Neben dem wahrscheinlichen Kohleausstieg Deutschlands steht das Kraftwerk auch von anderer Seite unter Druck: Im vergangenen Jahr kündigten die Stadtwerke Leipzig an, dass der Vertrag mit der LEAG zur Lieferung von Fernwärme nach Leipzig über 2023 hinaus eventuell nicht verlängert wird. Die LEAG betonte am Freitag gegenüber LVZ.de, die Stromproduktion werde auch in einem solchen Fall „auf gleichbleibend hohem Niveau“ bleiben.

Im vergangenen Jahr hatte es zudem im Rahmen des Klimacamps Leipziger Land Protest gegen Lippendorf gegeben. Aktivisten hatten die Zugänge des Kraftwerks über Stunden mit Sitzblockaden versperrt und kurzzeitig ein Förderband stillgelegt. Für dieses Jahr wurde ein erneutes Klimacamp angekündigt.

Von Lucas Grothe

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