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Mitteldeutschland Kraftwerk Lippendorf läuft wieder mit halber Kraft
Region Mitteldeutschland Kraftwerk Lippendorf läuft wieder mit halber Kraft
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16:37 30.07.2019
Das Kraftwerk Lippendorf produzierte erneut ein Wochenende lang nur mit halber Kraft. Quelle: Jens Paul Taubert
Neukieritzsch/Lippendorf

Das Kraftwerk Lippendorf hat erneut zwei Tage lang nur mit halber Kraft Strom produziert. Von Sonnabend 0.45 Uhr bis Montag 8.37 Uhr hatte Betreiber Leag (Lausitz Energie Aktiengesellschaft) einen Block heruntergefahren. Auch am Dienstag dampfte es nur aus einem der beiden Kühltürme.

Abgeschalten worden sei der erst kürzlich wieder angefahrene Block des Energiekonzerns EnBw (Energie Baden-Württemberg). Leag-Sprecher Thoralf Schirmer sagte auf LVZ-Anfrage, dies sei „marktbedingt“ geschehen. Konkreter wollte sich Schirmer zu den Umständen, die zur Abschaltung geführt hatten, nicht äußern.

Die beiden 900-Megawatt-Blöcke in Lippendorf haben mit der Leag und EnBw zwei unterschiedliche Eigentümer. Der süddeutsche Konzern hatte seinen Block Mitte Juni herunterfahren lassen, weil sich der Verkauf des in Lippendorf erzeugten Stroms für EnBw nach eigenen Angaben unter den aktuellen Marktbedingungen nicht lohne.

Block lief aus wirtschaftlichen oder aus regulatorischen Gründen nicht

Rund einen Monat später hatte die Leag entschieden, den fremden Block selbst zu betreiben und ihn wieder anzufahren, was nach Unternehmensangaben vertraglich möglich ist. Das lässt darauf schließen, dass sich für den Lausitzer Konzern die Vermarktung des gesamten in Lippendorf erzeugbaren Stromes rechne.

Das Kraftwerk Lippendorf lief am Wochenende nur mit halber Kraft, inzwischen sind wieder beide Blöcke in Betrieb. Quelle: Jens Paul Taubert

Offenbar aber auch nicht immer, wie die jetzige vorübergehende Abschaltung zeigt. Wobei Schirmer offen lässt, ob der Block aus wirtschaftlichen oder aus regulatorischen Gründen nicht lief. Das heißt, das Unternehmen kann von sich aus entschieden haben, dass die Produktion im zweiten Block sich angesichts von reichlich vorhandenem Sonnen- und Windstrom nicht rechnet.

Wurde Block heruntergefahren, weil der Braunkohlestrom nicht gebraucht wurde?

Oder, zweite Möglichkeit, der Block wurde heruntergefahren, weil der Braunkohlestrom nicht gebraucht wurde. Denn zur Deckung des Bedarfs wird Strom aus regenerativen Quellen immer vorrangig in die Netze eingespeist. Und am zurückliegenden Wochenende war der Wind deutlich aufgefrischt.

EnBw selbst habe mit der Entscheidung am Wochenende nichts zu tun gehabt, sagte Unternehmenssprecher Hans-Jörg Groscurth auf Anfrage. Aus Sicht seines Unternehmens habe sich an der Situation nichts verändert. Das heißt, EnBw wird den Block vorläufig weiterhin nicht betreiben.

Daher, das wird seitens der Leag nicht ausgeschlossen, kann es auch künftig immer mal wieder zu Abschaltungen kommen.

Mehr zum Thema: So funktioniert das Kraftwerk Lippendorf

Von André Neumann

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