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Mitteldeutschland Corona-Maßnahmen: Kretschmer glaubt nicht an „hundertprozentige Gerechtigkeit“
Region Mitteldeutschland

Kretschmer im TV-Talk: „Wir müssen weiterhin konsequent bleiben“ 

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23:55 18.01.2021
Um Fragen zum aktuellen Lockdown Sachsen und weiteren möglichen Beschränkungsmaßnahmen zu erklären, war Ministerpräsident Michael Kretschmer am Montag bei „Fakt ist!“ im MDR zu Gast. (Archivbild)
Um Fragen zum aktuellen Lockdown Sachsen und weiteren möglichen Beschränkungsmaßnahmen zu erklären, war Ministerpräsident Michael Kretschmer am Montag bei „Fakt ist!“ im MDR zu Gast. (Archivbild) Quelle: Robert Michael/dpa-Zentralbild/d
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Leipzig

Am Dienstag kommen erneut Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Bundesländer in einer Telefonschalte zusammen, um über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie zu beraten. Einen Tag zuvor war Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) in der MDR-Talkrunde „Fakt ist!“ zu Gast – auch, um einige Gerüchte zu härteren Corona-Schutzmaßnahmen, vor allem in der Wirtschaft, aus dem Weg zu räumen. Zuschauer und Zuschauerinnen hatten vor der Sendung die Möglichkeit, ihm und auch den beiden anderen Gästen, Corinna Pietsch, Virologin der Leipziger Uniklinik, und Rüdiger Unger vom Deutschen Roten Kreuz Sachsen Fragen zu stellen.

Bereits zu Beginn der Sendung macht Kretschmer deutlich, dass die Anzahl der derzeit an Covid-19 Erkrankten zwar abnehme, aber eben nur sehr langsam. Es sei ein Zeichen dafür, dass die harten Maßnahmen der vergangenen Wochen greifen, man aber zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht über Lockerungen nachdenken könne, so Kretschmer. Darin wird er auch von der Virologin Pietsch bestätigt.

Bildung an erster Stelle

Am Montag wurden in Sachsen 3500 Schnelltests bei Schülern der Abschlussjahrgänge durchgeführt, damit der Präsenzunterricht wieder gewährleistet werden kann. Davon seien „acht oder neun Personen“ positiv gewesen, wie der Ministerpräsident erklärte. „Also ein ganz ganz kleiner Anteil.“ Die Meinungen zum Neustart gehen bei Schülern und Lehrern auseinander. Doch Kretschmer macht deutlich, dass die Bildung neben der Wirtschaft für ihn höchste Priorität habe. Die Schnelltests sollen den Jugendlichen ihre Prüfungen und Abschlüsse garantieren. „Ich bin davon überzeugt, dass wir mehr für diese jungen Menschen und ihre berufliche Zukunft tun, wenn wir ihnen das ermöglichen.“ Wie schnell Öffnungen der Kitas und Schulen im größeren Umfang wieder umsetzbar sind, hänge weiter von dem Verhalten der Bevölkerung in den anderen Lebensbereichen ab. Doch auch die Mutationen müssen konsequent im Blick behalten werden, so Kretschmer. „Je nachdem wie sich das entwickelt, werden wir immer wieder neue Entscheidungen bezüglich Schließungen oder auch Öffnungen treffen.“

„Wenn wir etwas machen, dann machen wir es richtig“

Kretschmer wird im Verlauf der Sendung mit mehreren Vorwürfen konfrontiert. Dabei kommt auch immer wieder die Frage auf, warum manche Gesellschaftsbereiche wie zum Beispiel die Gastronomie und die Veranstaltungsbranche deutlich stärker durch Maßnahmen eingeschränkt werden als Wirtschaftsbetriebe. „Es ist schwierig, eine hundertprozentige Gerechtigkeit zu gewährleisten, wir alle sind dazu angehalten, noch eine Weile viele Kompromisse einzugehen, auch wenn es schwer ist.“ Sachsen habe in den vergangenen Wochen viele konsequente Entscheidungen getroffen und Kretschmer sieht sich damit auf dem richtigen Weg. Der MP spricht sich aber auch deutlich gegen einen kompletten Shutdown aus, da dies eine wirtschaftliche Katastrophe nach sich ziehen würde. Ebenso die Einstellung des ÖPNV schließt er kategorisch aus.

Diskussionen um eine FFP2-Masken-Pflicht sowie das Recht auf Homeoffice würden am Dienstag in der Zusammenkunft von Bundeskanzlerin Merkel und der Ministerpräsidenten definitiv thematisiert werden, so Kretschmer. Er selbst halte beides für vernünftig, jedoch nur, wenn sie auch sinnvoll umgesetzt werden können.

Von almu