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Mitteldeutschland Kretschmer und Dulig sind die Sympathieträger in Sachsen
Region Mitteldeutschland Kretschmer und Dulig sind die Sympathieträger in Sachsen
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20:44 18.06.2019
Der stellvertretende Ministerpräsident von Sachsen, Martin Dulig (SPD, l.), und der sächsische Ministerpräsident und Landeschef der CDU, Michael Kretschmer, im Landtag. Quelle: Sebastian Kahnert/dpa
Leipzig

Ministerpräsident Michael Kretschmer kommt vom politischen Spitzenpersonal in Sachsen am besten an. Der CDU-Politiker erreicht in der neuen LVZ-Umfrage im Durchschnitt eine 2,7 und kann damit seine 2,6 aus der März-Erhebung in etwa halten. Als Grundlage dient eine Skala von 1 (sehr sympathisch) bis 6 (sehr unsympathisch). Jeder zweite Befragte hält den seit Ende 2017 regierenden Kretschmer mindestens für „sympathisch“ (Noten 1 und 2), nur 10 Prozent stellen ihm die schlechtesten Noten (5 und 6) aus.

Dulig beliebter als seine Partei

Doch Kretschmer hat nur knapp die Nase vorn: Vize-Regierungschef Martin Dulig (SPD) folgt mit einem Durchschnittswert von 3,0, insgesamt 28 Prozent Sympathie und 10 Prozent Ablehnung – damit büßt Dulig zwar leicht ein, liegt aber weiterhin deutlich über den Umfragewerten seiner Partei, die aktuell bei 8 Prozent in Sachsen steht. Dahinter folgt mit dem Landesvorsitzenden der Freien Wähler, Steffen Große, der Punktsieger im Vergleich zum März. Hinter ihm liegen die Spitzenkandidaten Katja Meier (Grüne), Rico Gebhardt (Linke) und Holger Zastrow (FDP) im Mittelfeld weiter eng beieinander, während Jörg Urban (AfD), Frauke Petry (Die Blauen) und André Poggenburg (AdP) die Sympathie-Verlierer sind.

Das ergab eine Umfrage der Leipziger Volkszeitung, für die vom 29. Mai bis zum 4. Juni 2019 genau 703 repräsentativ ausgewählte Wahlberechtigte aus ganz Sachsen befragt wurden. Die Interviews erfolgten durch die Leipziger IM Field GmbH in Kooperation mit dem Markt- und Meinungsforscher Dr. Andreas Czaplicki, der die Studie leitete. „Ob der Mittelwert besser oder schlechter ausfällt, hängt in der Gesamtschau vor allem davon ab, wie groß das eigene Lager ist und wie der politische Gegner urteilt“, erklärt der Sozialwissenschaftler Czaplicki. Für die Freien Wähler wurde Große nominiert, da die Spitzenkandidatin Cathleen Martin zu Umfragestart noch nicht gewählt war.

Kretschmer auch bei SPD- und AfD-Anhängern anerkannt

Im Detail hat die LVZ-Umfrage einige bemerkenswerte Ergebnisse ergeben. So wird Kretschmer sowohl von fast der Hälfte der SPD-Anhänger als auch von jedem zweiten AfD-Wähler positiv gesehen. Bei Letzteren liegt der CDU-Regierungschef nur unwesentlich hinter Urban, der insgesamt unter den eigenen Leuten den geringsten Rückhalt aufweist. Naturgemäß liegen zwar die Spitzenkandidaten bei ihrer jeweiligen Klientel deutlich vorn, doch es fällt auf, dass Kretschmer und Dulig sogar bei Anhängern der Linken punkten können.

Zudem fällt auf, dass der Linke-Spitzenmann Gebhardt gemeinsam mit FW-Chef Große bei Wählern zwischen 18 und 29 Jahren vor allen anderen liegt. Die Grüne Katja Meier fällt leicht hinter die beiden zurück. Dagegen rutscht AfD-Chef Urban in dieser Altersgruppe mit Abstand nach hinten. Und während Dulig (SPD) und Zastrow (FDP) über alle Jahrgänge und Bildungsgrade relativ konstant bewertet werden, gilt sowohl für Kretschmer als auch für Urban: Je älter die Befragten sind, desto positiver werden sie gesehen, wobei der Regierungschef besser bei Frauen ankommt und der AfD-Spitzenmann von Männern seine besten Noten erhält.

Von Andreas Debski

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