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Mitteldeutschland LKA demonstriert Sprengkraft von illegalen China-Böllern
Region Mitteldeutschland LKA demonstriert Sprengkraft von illegalen China-Böllern
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18:23 27.12.2017
Der „Little Joe“ wird angezündet.  Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

 „Little Joe“ nennt er sich, ein sprengstarker Chinaböller, jenseits der von der EU zugelassenen Richtwerte. Über 100 Gramm Satzmasse, sogenannte Nettoexplosivstoffmasse (NEM), verfügt der Feuerwerkskörper – genug, um beispielsweise auch einen Zigarettenautomaten aufzusprengen. „Wenn so ein Böller in der Hand explodiert, ist sie komplett weg und hat vielleicht noch die Konsistenz von Hühnerfrikassee“, erklärt LKA-Entschärfer Axel Brehm.

Der 44-Jährige Experte für sogenannte Unkonventionelle Spreng- oder Brandvorrichtung (USBV) positioniert den „Little Joe“ auf einer sechs Zentimeter dicken Arbeitsplatte. Er will die Sprengkraft dieses illegalen Böllers zeigen und damit verdeutlichen, dass sich auch in diesem Jahr viele Dresdner wieder auf Glatteis begeben werden – nicht nur im Bezug auf ihre eigene Gesundheit, sondern auch mit Blick auf das Gesetz. Denn seit Juli ist es eine Straftat, einen nicht mit einem CE-Kennzeichen versehenen Feuerwerkskörper oder einen der Kategorie F4 ohne gültige Pyrotechniker-Lizenz zu benutzen.

Und welche verheerende Wirkung so ein illegaler Feuerwerkskörper haben kann, zeigt sich bei der Explosion des „Little Joe“. Ein ohrenbetäubender Knall fegt über das Gelände des Landeskriminalamts in Dresden, gefolgt von einer kleinen, warmen Druckwelle, die man selbst 20 Meter entfernt noch spürt. Als sich der Rauch verzieht, sieht man ein großes Loch in der Arbeitsplatte, da wo einmal der Böller stand. „Explodiert so etwas neben einem Kopf oder direkt vor dem Körper, drohen schwerste Verletzung“, so Brehm. Zum Vergleich: ein normaler „D-Böller“ hat normalerweise zwischen 2,5 und 5 Gramm NEM. Im Internet lassen sich Exemplare mit bis zu 100 Gramm NEM finden, auf dem Schwarzmarkt werden Böller mit bis zu 150 Gramm verkauft. „Das kann man dann schon fast als Sprengsatz bezeichnen“, erklärt der LKA-Experte.

Alle von Brehm und seinem Team sichergestellten Feuerwerkskörper werden in regelmäßigen Abständen auf einem Sprenggelände gezündet. Mehrere Böller gemeinsam könnten dort schon für die Sprengkraft einer echten Kilobombe sorgen und einen Auswurf von 50 bis 60 Meter hervorrufen, ergänzt LKA-Sprecher Tom Bernhard. Er gibt deshalb zu bedenken: „Wenn Personen durch einen solchen Feuerwerkskörper verletzt werden, kann das eine Verurteilung vor Gericht und eine Schadensersatz-Zahlung von mehreren tausend Euro nach sich ziehen.“

Ein Großteil der illegalen Ware stamme demnach aus China und werde über das Internet vertrieben. „Unsere Grenznachbarn verkaufen das Zeug nicht mehr einfach so an jeder Straßenecke“, so Bernhard. Und obwohl die Straftaten (808 in 2016) als auch die gefährlichen und schweren Körperverletzungen (25 zum Jahreswechsel 2016/2017) in Zusammenhang mit Feuerwerkskörpern in Sachsen im Vergleich zum Vorjahr gesunken sind, sieht Bernhard weiter großes Gefahrenpotential. „So lange die Dinger regelmäßig in der Stadt gezündet werden – auch über das ganze Jahr verteilt – müssen wir handeln.“

Das Landeskriminalamt empfiehlt daher dringend, alle im Handel, Internet oder auch im Ausland gekauften Sprengkörper auf ihre CE-Kennzeichnung zu überprüfen. Die Kategorien F1 und F2 sind absolut legal, für die Kategorien F3 und F4 benötigt man einen Erlaubnisschein. Fälschungen der CE-Nummer seien in der Regel selten aber für den Käufer wiederum kaum nachvollziehbar, da die Größe des Böllers meist nichts über sein explosives Gemisch und damit seine Sprengkraft verrät.

Von Sebastian Burkhardt

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